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Man. Lymphdrainage

Manuelle Lymphdrainage (MLD)

5 Grundlagen in der Lymphtherapie

(Quelle: ...die Lymphprofis)

Die erfolgreiche Lymphtherapie bedarf einer engen Zusammenarbeit zwischen Patient und Therapeut. Der Therapeut sollte hierbei als Wegbegleiter gesehen werden, der immer dann unterstützt, wenn es fachliche Hilfe bedarf. Das Ziel sollte aber sein, dass der Patient auch ohne stetige therapeutische Behandlung mit seinem Krankheitsbild bestmöglich umgehen kann. Z.B. auch in Zeiten, in denen kein Therapeut zur Verfügung steht, wie Urlaub, Geschäftsreisen, Krankheiten, usw. Hierzu sind einige Bereiche definiert, die als Punkte 1-5 beschrieben sind. Die Erkrankungen des Lymphsystems, und die damit einhergehenden Lymphödeme, sind in der Regel das ganze Leben lang unter Kontrolle zu halten. Die Lymphprofis unterstützen Sie genau darin, die bestmögliche Eigenständigkeit zu erreichen.

1. Manuelle Lymphdrainage

Die manuelle Lymphdrainage ist wichtig, um die Aktivität der Lymphbahnen anzuregen und ggf. neue Wege zu schaffen (sogenannte Anastomosenwege). Sind diese Wege geschaffen und die Lymphaktivität ist ausreichend vorhanden, kann der Patient durch Eigenbehandlungen (siehe Punkt 5) den Behandlungserfolg weiter verbessern.

2. Kompressionstherapie

Eine der wichtigsten Säulen in der Lymphtherapie! Wird keine oder eine unzureichende Kompressionstherapie durchgeführt, folgt in der Regel eine Verschlechterung des Ödems. Die Kompressionstherapie richtet sich nach dem aktuellen Ödemzustand und kann über Bandagen mit unterschiedlichen Polstermaterialien oder im entstauten Zustand durch eine Kompressionsstrumpfversorgung erreicht werden. Nur geübte Therapeuten können genau abschätzen, wann welche Kompression notwendig ist.

3. Hautpflege

Die Haut kann bei Ödempatienten sehr sensibel sein. Zudem ist die Wahrscheinlichkeit gesteigert, dass bereits bei kleinen Verletzungen schmerzhafte Entzündungen der Haut & Lymphbahnen entstehen können (Erysipel/Wundrose). Unter der Kompressionsbandage oder Kompressionsstrumpfversorgung “leidet” die Haut zudem immer auch ein wenig. Daher ist es wichtig, die betroffenen Bereiche besonders zu pflegen.

4. Bewegungsübungen

Die Wirksamkeit der Lymphtherapie wird durch Bewegung größer. Das bedeutet, je mehr und zielgerichteter der Patient sich mit der Kompressionstherapie bewegt, desto besser sind die Behandlungserfolge. Bewegung fördert den Lymphfluss und damit die Entstauung des Ödembereiches. Bei den Lymphprofis bekommen Sie hierzu individuelle Übungen gezeigt.

5. Eigenbehandlung

Die Eigenbehandlung wird oft unterschätzt. Grundlegend handelt es sich bei der Lymphtherapie um ein Handwerk, das der Patient bis zu einem gewissen Grad auch selber beherschen können sollte. Hierzu ist es wichtig, dass der Therapeut dem Patienten einfache aber wirkungsvolle Grifftechniken und Eigenbehandlungsansätze vermittelt. Bei den Lymphprofis erlernen Sie diese Handgriffe bereits in den ersten Behandlungsstunden.



Langfrist Verordnung MLD

Bei der Langfristverordnung handelt es sich um eine Verordnung außerhalb des Regelfalles (a.d.R.). Heißt also, es muss ein Regelfall durchlaufen werden. Die Krankenkassen haben sich darauf verständigt, das Verordnungen außerhalb des Regelfalles genehmigungspflichtig durch die Kasse sind. In der praktischen Anwendung verzichten aber viele Kassen auf das Genehmigungs-Verfahren. Kassen die nicht darauf verzichten können diese Genehmigung dann auch für einen längeren Zeitraum ausprechen, was dann zu einer Langzeitgenehmigung führt. An der "Länge" der Verordnung ändert dies allerdings nicht. Jede Verordnung a.d.R. kann so viele Anwendungen erhalten das sie für 12 Wochen reicht, dann muss man auf jeden Fall wieder zum Arzt. Soll also heißen 2x MLD die Woche, es könnte theoretisch 24x MLD verschrieben werden.

Erst-, Folgeverordnung; Verordnung außerhalb des Regelfalles

Erstverordnung:

Die erste Verordnung nach neuer Diagnose oder nach 12 Wochen Behandlungspause (hier gilt die Zeit vom letzten Behandlungstermin bis zum Ausstellungsdatum der nächsten Verordnung mit gleicher Diagnose).

Folgeverordnung:

Je nach Indikationsschlüssel/Behandlungsbedarf können auf die Erstverordnung verschieden viele Folgeverordnungen folgen:

Ly1 (prognostisch kurzzeitiger Behandlungsbedarf): eine Folgeverordnung (insgesamt 2x6 Behandlungen)
Ly2 (prognostisch länger andauernder Behandlungsbedarf): 4 Folgeverordnungen (insgesamt 5x6 Behandlungen)
Ly3 (chron. Lymphabflussstörung bei bösartigen Erkrankungen): 4 Folgeverordnungen (insgesamt 5x10 Behandlungen)

Nach dem ausschöpfen aller Folgeverordnungen, bzw. aller Behandlungen, ist der Regelfall erschöpft. Alle weiteren Verordnungen, bei selber Diagnose und ohne Unterbrechung von 12 Wochen (s.o.) sind:

Verordnung außerhalb des Regelfalles:

Muss u.U. von der Krankenkasse genehmigt werden, die Menge der Behandlungen kann so weit erhöht werden das sie 12 Wochen reicht. (Näheres hierzu siehe Langzeitverordnung )

Hier noch ein Link zu einem "Merkblatt" (Langzeitgenehmigung): 
http://www.aok-gesundheitspartner.de/imperia/md/gpp/bund/heilberufe/richtlinien/merkblatt.pdf

Regelbehandlungszeit

Gemäß den Verträgen zwischen Heilmittelerbringern (also hier MLD-Therapeuten) und Krankenkassen beinhalten die Regelbehnadlungszeiten außer der Behandlung noch sämtliche notwendige "Vor- und Nachbereitung" der Behandlung, also z.B.:

- Termine machen
- Patient und Verordnung im PC anlegen
- Verordnung auf Gültigkeit prüfen
- Verordnung fertig machen für die Abrechnung, bzw selbst abrechnen
- Vor- und Nachbereitung des Raumes
- Umfangsmessung
- ggf. Therapiebericht schreiben
- Zuzahlung kassieren

Langfristverordnung Praxis Tipp von Stephen Ziegler  


Die „Geburt“ der Manuellen Lymphdrainage (MLD)

Dr.Vodder. Anfang der dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts entwickelte der Däne, Dr. phil. Emil Vodder, eine Lymphdrainagemassage und nannte sie „Manuelle Lymphdrainage ad modum Vodder“. Vodder, der 1932 als Masseur an der Cote d´Azur arbeitete, schrieb: „... ich kam auf die Idee, einen Lymphatiker mit hart geschwollenen Halslymphknoten mittels einer leichten Massage zu behandeln. ... Es war riskant, aber ich hatte Erfolg,...“ Er stellt sich die Frage: „Wäre es möglich, dass die in diesen Ablaufkanälen und Schleusen (Gefäße und Lymphknoten) entstandenen Stauungen durch eine Massage zu beseitigen?“

Vodder siedelte 1933 nach Paris um und setzte dort seine Studien fort. Er begegnete unter anderem dem bedeutenden Lymphgefäßanatomen Rouviére und erwarb das Buch „Die Anatomie der Lymphgefäße“ von Sappey (1874). An diesen Sappeyschen Darstellungen des Lymphgefäßsystems orientieren sich die Vodderschen Lymphdrainagegriffe mit ihrer Druckrichtung und Reihenfolge bis heute.

1936 stellte Vodder erstmals seine Methode auf der „Exposition de Beauté et Santé“ in Paris vor. Seine Grundgriffe, nämlich der Stehende Kreis, der Pumpgriff, der Schöpfgriff und der Drehgriff, unterscheiden sich von den klassischen, schwedischen Massagegriffen durch den immer kreisförmig im Sekundenrhythmus durchgeführten Bewegungsablauf, den in Lymph-Abflussrichtung ansteigenden und dann wieder abnehmenden Druck, die Großflächigkeit und, dass nicht über die Haut gerieben bzw. gerutscht wird.

Die Manuelle Lymphdrainage darf niemals schmerzen oder unangenehm sein, da dies zu einem Lymphgefäßspasmus führen kann. Starke durchblutungsfördernde (hyperämisierende) Maßnahmen, wie z,B. fangopackungen sind unbedingt zu vermeiden, da dies zu einer Erhöhung der Lymphpflichtigen Lasten (Földi) führt.

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