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Ödem-Erkrankung

Dr. Schingale; Das Lymphödem kann als Zwischenzellflüssigkeitsansammlung definiert werden, die durch gestörte lymphatische Drainage entsteht. Die Reduzierung des Lymphflusses kann als Ergebnis entweder angeborener oder erworbener Anomalien des Lymphabflusses resultieren. Obwohl das Lymphödem Gewöhnlicherweise eine oder mehrere Extremitäten befällt, kann es sich auch in Organen manifestieren. Gleich welcher Pathogenese ist es häufig ein chronischer unerbittlicher Zustand, der ein lang anhaltendes und psychologisches Problem für den Patienten und eine komplexe therapeutische Herausforderung für den Arzt bedeutet.

Diagnostische Methoden

In vielen Fällen von fortgeschrittener, anhaltender Erkrankung finden wir eine typische Anamnese mit einem charakteristischem klinischen Erscheinungsbild, die die Diagnose des Lymphödems mit nahezu Sicherheit erkennen lassen. Wir sprechen von der Basisdiagnostik bestehend aus Anamnese, Inspektion und Palpation, die uns als Beweis das positive Stemmer'sche Zeichen gibt. Robert Stemmer zeigte, dass die Hautfalten an den Grundgelenken der Zehen bei einem gesunden Patienten vom Knochen abgehoben werden können, während das bei einem Patienten mit einem distalen Lymphödem nicht möglich ist. Bei einem positiven Stemmer'schen Zeichen liegt in jedem Fall ein Lymphödem vor, bei einem negativen kann durchaus ein proximal betontes Lymphödem vorhanden sein. In diesem Fall müssen weitere Untersuchungen folgen. Die Diagnose ist um so schwieriger, je geringer das Stadium des Ödems ist. Verfügbare Untersuchungen schließen die Isotopenlymphszintigraphie, direkte und indirekte Lymphographie, Fluoreszenz-Mikro-Lymphographie

Primäres Lymphödem, Magnetresonanz-Tomographie, Computer- Tomographie und Ultraschalluntersuchung ein.

Wir unterscheiden drei Arten von primären Lymphödemen:

  • angeboren- das Ödem besteht bereits zu Geburt oder tritt innerhalb der ersten zwei Lebensjahre auf
  • praecox- der häufigste Typ, der entweder mit der Pubertät oder bis zum 35.Lebensjahr auftritt
  • tardum- welches erst nach dem 35.Lebensfahr auftritt, bei welchem extreme Sorgfalt in der Diagnosestellung zu erfolgen hat, um nicht ein sekundäres, durch Obstruktion durch den Tumor entstandenes Ödem zu übersehen.

Sekundäre Lmphödeme

Sekundäre Lymphödeme entwickeln sich als Folge von Zerstörungen der Lymphbahnen und der Lymphgefäße oder Lymphknoten oder auch einer Kompression von außen, durch chirurgische Eingriffe oder auch durch unterschiedliche Krankheitsprozesse.

Komplikationen

Chronische Lymphödeme zeigen häufig Komplikationen auf und bei einem Jahrzehnte langen bestehen Lymphödem kann auch eine Vielzahl von Neoplastischen Komplikationen auftreten.

Behandlung des Lymphödems

Das Lymphödem ist eine chronische Erkrankung, welche eine lebenslange Behandlung erfordert. Das bedeutet nicht, dass das Lymphödem unheilbar ist. Es kann nur in einen jeweils besseren Zustand geführt werden. Es gibt in der Zwischenzeit sehr viele Behandlungsoptionen, die eine effiziente Ödemreduktion und Vorbeugung der Flüssigkeitsansammlung gezeigt haben. Wird auf der anderen Seite die Behandlung abgebrochen, wird unweigerlich eine Zunahme des Ödems eintreten mit deutlichen Verschlechterungen nach rezidivierenden Infektionen, die aus dem massiven Ödem resultieren, zusätzlich deutliche Bewegungseinschränkungen der Extremitätenfunktionen mit physiologischer Beeinträchtigung des Lebens, bis hin zum Auftreten von lebensbedrohlichen Infektionen, wie das Erysipel oder bösartigen Komplikationen.

Komplexe physikalische Therapie

Die komplexe-physikalische Therapie findet in 2 Phasen statt:

  • In der Phase 1 der Entstauungsphase, sind die Hygienevorschriften zu beachten insbesondere ist auf eine digital Mycose, auf kleinere Verletzungen und Hautrisse zu achten. Des weiteren erhält der Patient in der Phase 1 die manuelle Ganzkörperlymphdrainage, nach den Prinzipien beschrieben von Winiwarter, Vodder und Földi, bis hin zu 5 mal pro Woche, im Anschluss daran die Kompressionsbandagierung mit den anschließender Bewegungsübungen im Sinne von Krankengymnastischen Übungen und einem Terrain-Training.
  • In der Phase 2 der Entstauungsphase kann die Häufigkeit der manuellen Lymphdrainage auf 2 mal pro Woche dem ambulanten Bereich herabgesetzt werden. Der Patient ist dann mit einem Komressionsstrumpf unter Einschluss der Schulter oder einer Kompressionsstrumpfhose versorgt. Gelegentlich können auch im ambulanten Bereich im Anschluss an die manuelle Lymphdrainage Kompressionsbandagierung durchgeführt werden, um hier eine weitere Entstauung zu erreichen
  • Die Erhaltungsphase versucht das Ergebnis welches in der Entstauung erreicht wurde zu halten.

Bandagierung

Bei der Bandagierung werden Kurzzugbandagen genommen um das Ödem in der Entstauungsphase zu reduzieren. Die Kurzzugbandagen haben einen hohen Arbeitsdruck und einen niedrigeren Ruhedruck, so das hier die Entstauung gewährleistet ist.

Kompressionsbestrumpfung

Die Kompressionsbestrumpfung dient dem Patientin in der Erhaltungsphase als Erleichterung, da die Kompressionsbandagierung mit den Kurzzugbinden in der Anlage etwas problematisch ist und auch im täglichen Gebrauch zum rutschen neigt, sind hier in der neueren Zeit deutlich positive Entwicklungen der Strumpfhersteller in der Flachstricktechnik erfolgt. Da diese Kompressionsbestrumpfung die kompressive Kapazität nach 3 bis 6 Monaten verliert muss sie entsprechend erneuert werden. Der Kompressionsdruck ist im leichteren Grad bis 40 mm und in schwereren Graden über 59 mm Hg durch die Kompressionsbestrumpfung.

Pharmakologische Therapie und Diät

Coumarin konnte in einigen Studien eine langsame Reduktion in verschieden Arten des Lymphödems nach weisen, sowohl in menschlichen und in Tierstudien. Es wird teilweise die Selengabe erwogen, sie soll einen positiven Effekt in der Reduktion der Häufigkeit der Erysipelrezidive haben. Eine Diät für das Lymphödem gibt es nicht. Hier sind nur die Nahrungsmittel zu reduzieren, die einen Anstieg des Blutkapillardruckes bewirken wie erhöhter Genuß von Bohnekaffee, Rotwein und Sekt. Eine Eiweißreduktion verbessert das Lymphödem nicht, sondern fügt hier zusätzlich noch das hypoprotinämische Ödem hinzu.

Chirurgische Therapie

Die chirurgische Therapie erfolgt jeweils dann, wenn die medizinischen, die üblichen Therapien versagten. Es gibt hier 2 Haupteinsatzpunkte. 1.die Reduktionsplastiken und 2. Mikrochirurgische lympholymphatischen, lyymphovenösen und Lymphknotenvenöse Anastomosen.

Wärmetherapie

mittels Infrarotkabine

Dr. Schingale
www.lympho-opt.de

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