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Mamma OP

Lymphödeme nach Mamma OP

In Deutschland leiden etwa 4,5 Millionen Patient/innen an chronischen Lymphödemen. Dem steht sowohl qualitativ wie auch quantitativ eine Unterversorgung gegenüber. Meist ist die Erkrankung nicht heilbar. Durch eine spezialisierte Behandlung bestehen aber heute Möglichkeiten, eine erheblich verbesserte Lebensqualität zu erreichen. Neben einer speziellen lymphologisch-internistischen Behandlung sind in manchen Fällen auch damit abgestimmte plastisch-chirurgische Operationen sinnvoll, die in ein ganzheitliches Konzept eingebunden sein müssen.

Bei Frauen mit einem Armlymphödem nach Lymphknotenentfernung bei Brustkrebs kann in ausgewählten Fällen eine mikrochirurgische Lymphgefäss-Transplantation erfolgreich sein. Voraussetzung ist jedoch auch hier eine intensive konservative Vor- und Nachbehandlung. Durch spezielle neuentwickelte Verfahren ist es auch möglich, in diesen Fällen einen Brustaufbau mit Eigengewebe durchzuführen, wobei die Lymphabflusswege des Armes maximal geschont werden und somit nicht mit einer Verschlechterung des bestehenden Lymphödems zu rechnen ist. Die onkologische Zusammenarbeit erfolgt hier interdisziplinär im zertifizierten Brustzentrum des Uniklinikums Freiburg. 

Das Armlymphödem nach Brustkrebserkrankung.

75 % aller Lymphödeme sind Armlymphödeme nach Brustkrebserkrankung. Nach der Diagnose Brustkrebs wird bei der folgenden Operation in Abhängigkeit von der Tumorart und seiner Größe entweder die ganze Brust entfernt oder der Tumor großzügig im Gesunden herausgenommen. Mit der gleichzeitigen Entfernung einiger Lymphknoten in der Achsel entsteht sofort ein Lymphstau im Arm. 

Die meisten Patienten kompensieren den Schaden, etwa 10 % jedoch nicht. Das hat zur Folge, daß sich ein Armlymphödem entwickelt. Erste schmerzlose Schwellungen beobachten die Frauen an Hand und Arm gewöhnlich in den ersten 1-2 Jahren nach der Operation, danach immer seltener. Ein späteres Auftreten eines Armlymphödems kann bereits ein Hinweis für einen neu wachsenden bösartigen Tumor in der Achsel sein oder Folge einer Radiofibrose.

Das Armlymphödem beginnt in 80 % der Fälle an Unterarm und Hand und nur in 20 % am Oberarm. Es können betroffen sein: der Arm ohne die Hand, der Arm und die Hand, nur Unterarm und Hand oder nur der Oberarm. Es konnten Ödemverläufe beobachten werden, bei denen zunächst die Hand dick war, diese sich aber durch die Behandlung mit manueller Lymphdrainage und Kompression wieder völlig normalisierte. Leider gibt es auch Verläufe, die mit einem sehr starken Handlymphödem einhergehen, welches sich auf Grund ausgeprägter Bindegewebszubildungen nicht mehr völlig beseitigen läßt.

Unbehandelt schreitet das Armlymphödem erfahrungsgemäß langsam voran, und damit nimmt die Gefahr von Komplikationen zu. Deshalb ist eine manuelle Lymphdrainagebehandlung notwendig. Ein Kompressionsstrumpf muß zusätzlich nur getragen werden, wenn ein deutlich sichtbares Ödem vorliegt, welches im Tagesverlauf zunimmt und typische Beschwerden verursacht, d. h. wenn der Arm schwer und müde wird und spannt. Diese Bestrumpfung sollte morgens nach dem Aufstehen angezogen und bis zum Schlafengehen getragen werden.

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Das Lymphsystem schützen

Die Brustkrebstherapie ist heute wirksamer als früher: Über 80 Prozent der Betroffenen in Deutschland überleben die Erkrankung. Da die Überlebensrate steigt, wird die Lebensqualität umso wichtiger, so das IQWiG. Nach einer Krebstherapie entwickelt sich nicht selten ein Lymphödem. Es kann entstehen, wenn das Lymphsystem geschädigt wird. Wenn das Lymphsystem die Flüssigkeit im Brust- und Armgewebe nicht mehr richtig abtransportieren kann, staut sie sich und der Arm schwillt an. Er lässt sich nicht mehr so gut bewegen und schmerzt. Ein Lymphödem kann chronisch werden und ist dann nur noch schwer zu behandeln.

Das Risiko für ein Lymphödem ist umso höher, je aggressiver die Brustkrebsbehandlung ist. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler schätzen, dass etwa 400.000 Frauen allein in Deutschland aufgrund einer Krebstherapie ein Lymphödem entwickelt haben. 'Selbst wenn weniger aggressive Verfahren eingesetzt werden, entwickeln 10 bis 20 Prozent der Frauen ein Lymphödem', so der Leiter des IQWiG, Professor Dr. med. Peter Sawicki. 'Wir Ärztinnen und Ärzte unterschätzen immer noch, welchen Einfluss unerwünschte Behandlungswirkungen wie ein Lymphödem auf die Lebensqualität der Patientinnen haben. Der erste Schritt zur Vorbeugung wäre es, eine Therapie zu wählen, die die Schädigung des Lymphsystems in Grenzen hält.

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