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Thrombose

Ein plötzlicher Stoß in die Wade (z.B. Fußball) kann zur Thrombose führen, aber auch Ruhigstellung (z.B. Gipsverband), lange Autofahrten und Flüge, kniende Tätigkeiten (z. B. „Fliesenlegen“), Herzerkrankungen (Herzrhythmusstörungen), Blutveränderungen, Blutverdickung (zu wenig getrunken) u.a. können zur Thrombose führen. Nach neuesten Erkenntnissen weiß man, dass ein genetischer Defekt zu den häufigsten Ursachen gehört (Thrombophilie = „Thrombose liebend“).

Derartige Gerinnungsdefekte lassen sich laborchemisch bestimmen und das Risiko eingrenzen. Die wichtigsten Laborparameter sind:

• Faktor V Gen-Mutation,
• Prothrombin Faktor II – Mutation,
• Protein S Mangel,
• Protein C Mangel,
• Lupusantikoagulanz,
• Phospholipid-Antikörper
• u.a.

Zum Beispiel sind bei der Prothrombin Faktor II Mutation am Gen in Position 20210 die Aminosäuren Guanin und Adenin vertauscht. Es resultiert eine erhöhte Gerinnung des Blutes.

Kommen nun die oben erwähnten anderen Ursachen dazu, ist das Thromboserisiko erhöht. Bei der Faktor V Mutation besteht ein 8-fach erhöhtes Thromboserisiko gegenüber der nicht betroffenen Bevölkerung und bei der Prothrombin Faktor II Mutation ein ca. 2 bis 3-faches. Insbesondere bei Frauen kommt die Pille als potenzierendes Thromboserisiko hinzu.

Bei der Entstehung und auch Verhinderung einer Thrombose sprechen wir auch vom Virchow´schen-Trias:

1. Das Blut fließt zu langsam!  dann tut Bewegung gut.


2. Das Blut ist zu dickflüssig!  dann die Flüssigkeitsaufnahme steigern! Viel Trinken, insbesondere wenn man schwitzt, Fieber hat oder bettlägerig ist.

3. Die Veneninnenwände sind verletzt, zerstört, entzündet, überdehnt!  Dieser letzte Teil ist am schwierigsten zu beheben, weil man einmal zerstörte Venen und Venenklappen selten reparieren kann. Jedoch lassen sich nach Thrombosen entstandene Krampfadern heutzutage operieren.

Behandlung:

Ist es zu einem Blutgerinnsel = Thrombose in den tiefen Beinvenen (wir sprechen auch von Leitvenen!) gekommen, gilt es als Erstes zu verhindern, dass der Thrombus wächst. Hierzu muss sofort ein fester Kompressionsverband bis zum Oberschenkel angelegt werden. Um zu verhindern, dass sich neues Gerinnungsmaterial an dem entstandenen Thrombus anlegt, gibt man verschiedene Heparine ("Blutgerinnungshemmer") in unterschiedlicher Dosierung.

Grundsätzlich gibt es drei Verfahren bei Thrombosen:

• Operation/„Thrombektomie“
• Lyse – Therapie
• Kompression und Heparin

In den letzten Jahren fand sehr starkes Umdenken und eine Kehrtwende in der Thrombosetherapie statt. Hat bis vor einigen Jahren und zum Teil heute noch, der Patient ganz streng liegen müssen – er durfte nicht einmal zur Toilette und hing an dutzenden Schläuchen, Infusionen – so darf er heute Laufen!!

Herr Prof. Hugo Partsch aus Wien ist hier ein großer Vorreiter der „Bewegungstherapie“ bei Thrombosen. Man hat gemerkt, dass beim strengen Liegen der Thrombus eher wachsen kann.

Ob lysiert oder operiert wird, hängt vom Einzelfall ab.

Operation:

Bei einer ganz frischen Thrombose in der Leiste oder im Becken würde man eventuell operieren. Das bedeutet, dass die Thrombose weniger als sieben Tage alt ist.

Lyse-Therapie:

Die Lyse-Therapie  bei der Beinvenenthrombose spielt heute eigentlich eine untergeordnete Rolle, insbesondere wegen der Nebenwirkungen.

Kombinierte Bewegungs-, Kompressions- und Heparintherapie:

Die hauptsächlichen Therapieverfahren sind die Kompression und die Gabe von Medikamenten zur Verhinderung weiterer Thromben. Der Patient wird angehalten viel zu gehen. Unter dieser Therapie bekämpft man sehr schnell das oft sehr stark geschwollene Bein, Schweregefühl, Spannungsgefühl, Blauverfärbung. Früh genug diagnostiziert, ist das Ziel der Behandlung den Thrombus zu verkleinern, möglichst zu beseitigen, ein wandern nach oben und eine Lungenembolie zu verhindern.

Die Zeit der Diagnostik spielt DIE entscheidendste Rolle! Je früher, desto besser!

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