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Untersuchung

Bei der Familiären Anamnese wird nach Beinbeschwerden im weitesten Sinn gefragt, wie sie möglicherweise bei Eltern, Großeltern, Geschwistern aufgetreten sind. Hierbei kann der Fachmann erbliche Dispositionen erkennen, wie den Mangel an antithrombotisch wirkenden Substanzen, die bei der weiteren Versorgung und den medizinischen Maßnahmen bedeutsam werden können.

Eigenanamnese

In der personenbezogenen Eigenanamnese wird man versuchen, frühere Embolien oder Thrombosen ausfindig zu machen. Zur Einnahme von Östrogenen, Diuretika und Medikamenten, wie Antikonzeptiva, oder dem Zigarettenrauchen wird man fragen, genauso wie nach früheren Operationen, Schwangerschaften, Herz-Kreislaufproblemen sowie Verletzungen und Verbrennungen. Angaben über Reisethrombosen und Sportverletzungen werden auch erhoben. All diese und zusätzliche Fragen bringen dem Untersucher wichtige Erkenntnisse, um das individuelle Risiko abschätzen zu können und die weitere Verfahrensweise der Therapie zu bestimmen.

Körperliche Untersuchung

Bei der Körperlichen Untersuchung spielen die Inspektion und Palpation, das Abtasten eine besondere Rolle. Sind die Beine verfärbt? Gerötet oder bläulich? Ist die Haut trocken, schuppig, verdickt oder glänzend, entzündlich verfärbt? Erkennt man Veränderungen an den Blutgefäßen, sieht man Besenreiser, Krampfadern oder sonst verdickte Venenstränge? Sind Teile des Beines geschwollen, wie die Knöchel oder Knieregionen? Ob Schwellung, Rötung, Erwärmung, Druckempfindung zum Beispiel, der erfahrene Untersucher kann vieles sehen und ertasten. Im Stehen und Liegen können einfache Funktionstests Aufschluss über die Verfassung des Venensystems geben und somit zu umfangreicheren überwiegend gerätegestützten Diagnosemaßnahmen führen.

Apparative Diagnostik

Ein breite Palette von apparativen Diagnosemöglichkeiten bietet die Beurteilung von verschiedenen Fragestellungen: bewegte Blutmenge sowie deren Richtung, Funktion der Venenklappen, Wiederauffüllzeit nach Unterbrechung, Druckverhältnisse usw. Die derzeit üblichen apparativen Methoden der phlebologischen Diagnostik wollen wir kurz vorstellen:

Ultraschall-Doppler-Sonographie (UDS)

Eine außen am Bein entlang geführte Sonde sendet Ultraschallwellen aus, die vom fließenden Blut in den Venen zurückgeworfen werden. Diese werden in akustische Signale verwandelt und sind als Rauschen hörbar. Die bei der Rückstrahlung auftretenden Frequenzänderungen des Schalls sind abhängig von der Geschwindigkeit und Richtung des Blutstromes. So kann man die venöse Blutströmung, ihre Richtung und Geschwindigkeit feststellen und aufzeichnen. Abflusshindernisse in den tiefen Venen sowie die Schließfähigkeit der Venenklappen im oberflächlichen und tiefen Venensystem lassen sich so am stehenden oder liegenden Patienten überprüfen.

Farbige Duplex-Sonographie

Die ebenso schmerzfreie Duplex-Ultraschall-Untersuchung ist eine Weiterentwicklung der UDS und bietet sowohl akustisch als auch optisch die verschiedenen Rückstrahlungen des Ultraschalls als Echos. Auf dem farbigen Ultraschallbild kann man die Gewebestrukturen ebenso erkennen wie die Arterien (rot) und Venen (blau), das Aussehen der Venen und deren Reaktion bei z.B. manuellem Zusammendrücken. Das Vorhandensein von Blutgerinnseln, ja sogar deren Alter ist auf Grund der Echostruktur erkennbar. So läßt sich beispielsweise entscheiden, ob das Gerinnsel auflösbar, das heißt mit der Thrombolyse behandelt werden kann.

Lichtreflexions-Rheographie (LRR)

Mittels Infrarotstrahlen wird an den Unterschenkeln die Wiederauffüllzeit der venösen Blutspeicher gemessen. Nach der Bestimmung der Ruhephase wird durch ein Übungsprogramm mit Beugen und Strecken des Fußes (10-15 mal) die Wadenmuskelpumpe aktiviert und somit der Blutdruck in den Venen gesenkt, die Hautgefäße entleeren sich. Dadurch erhellt sich die Haut und die Hautreflexion steigt. So können die reflektierten Infrarotstrahlen vom Photodetektor registriert werden. Je größer der Kurvenanstieg, je ungestörter ist der venöse Abfluss. Das anschließende Wiederauffüllen, normalerweise nur durch arteriellen Einstrom, wird zeitlich beurteilt. Sollte es zu schnell sein, läßt sich auf mangelnde Entleerung bei Bewegung oder krankhaften fußwärtigen Rückfluss des Venenblutes schließen.

Phlebographie

Bei dieser Röntgenuntersuchung wird ein Kontrastmittel in ein Blutgefäß am Fußrücken gespritzt. Der Patient wird auf einem kippbaren Röntgentisch gelagert. Die Untersuchung dauert nur wenige Minuten. Wenngleich durch die oben genannten unblutigen Untersuchungsmethoden, wie die Duplex-Sonographie, die Phlebographie mehr und mehr verdrängt wird, ist sie nach wie vor in ihrer Aussagekraft für die Frühdiagnostik bei akuter tiefer Venenthrombose unübertroffen. Zum anderen gibt sie gute Möglichkeiten, die Venen und ihre anatomischen Abweichungen, wie Veränderungen der Venenwand (Weite, Einengung, Verschlüsse, Vernarbung), die Veränderung der Venenklappen und der Perforansvenen festzustellen.

Plethysmographie

Eine Reihe weiterer Venenfunktionsprüfungen lassen die Volumen- und Druckveränderungen in den Venen bestimmen. Diese Plethysmographischen Verfahren sind nicht invasiv, das heißt unblutig und somit für den Patienten nicht belastend. Mittels der Phlebodynamometrie lassen sich periphere Venendruckmessungen exakt durchführen.

Die erfahrenen Untersucher können die jeweiligen Methoden sicher erklären und ihre Messergebnisse ausführlich erläutern, um schließlich die erforderlichen therapeutischen bzw. operativen Maßnahmen einzuleiten.

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