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Netzwerke

Wundnetz Allgäu

Meist hat jede Wunde ihre Geschichte – und Geschichten sollten ein gutes Ende nehmen. Patienten mit chronischen Wunden blicken oft auf einen langen Leidens- und Behandlungsweg zurück. Häufig wurden schon viele Methoden angewandt, konnten aber letzlich keine Abheilung der Wunde erzielen.

Dies liegt meist daran, dass das Hauptinteresse nur der Wunde gilt, der Mensch dahinter vergessen wurde und letztendlich im Behandlungsverlauf nie die Frage geklärt wurde: „Warum hat der Patient denn diese Wunde?". Die Wunde ist immer nur ein Symptom einer Komplikation oder Krankheit, und in der Behandlung gilt es, dieses herauszu finden. Kann ich diese Krankheit heilen, so wird auch die Wunde heilen! Die Zielvorstellung meiner Abteilung war von Beginn an neben einer professionellen Wundtherapie im interdisziplinären Ansatz den ganzheitlichen Aspekt des Patienten nicht aus den Augen zu verlieren.

Wundversorgung ist Teamarbeit, und auch der Patient und seine Angehörigen sollten in das Behandlungsteam eingebunden werden. Außerdem ist eine kontinuierliche Behandlung für die Abheilung notwendig, denn manchmal wird sowohl vom Patient als auch vom Arzt sehr viel Geduld abverlangt bis eine Wunde abgeheilt ist. Es ist viel Engagement und Motivation nötig, um Ihre Geschichte zu einem guten Ende zu bringen.

Für mich und mein Team ist die Fürsorge für den Patienten und die Abheilung seiner Wunden eine Herzensangelegen heit.

Dr. Michaela Knestele

Klinik und Wundzentrum
Leitung des Wundzentrum Allgäu

 

Fussnetz München & Fussnetz Bayern

Diabetiker haben meist ein sehr großes Problem , wenn bei längerer Krankheitsdauer und teilweise schlechter Blutzuckereinstellung sich Folgeschäden einstellen. Hierbei kann es auch zu Nervenschäden der die Füße versorgenden Nerven kommen, was zu Schmerzen bis hin zur Gefühllosigkeit der betreffenden Körperteile führen kann.

Menschen, die diese Probleme nicht haben, können sich die Besonderheit solcher Wunden nur schwer vorstellen, geschweige denn sie nachvollziehen. Ein bekannter Dortmunder Diabetologe, Dr. Risse, spricht hierbei sehr treffend vom „Leibesinselverlust": man verspürt keinen Zusammenhang mehr mit Teilen seines Körpers, das führt schließlich zur Vernachlässigung der betreffenden Areale, selbst wenn sie verwundet sind. Eher betrachtet man dies als lästige Veränderung, die von selbst gekommen ist und auch selbstständig verschwinden sollte. So fehlt schon den Betroffenen das Verständnis für die körperfernen verwundeten Areale. Leider fehlt es auch vielen Behandlern.

Als jemand, der mit den Füßen neuropathischer Patienten umgeht, muss man sich täglich vergegenwärtigen, dass der Betroffene ja dort nichts spürt – keine Wärme oder Kälte, also auch keine fehlende oder abgeschwächte Durchblutung, keinen Schmerz, also auch keinen zu eng sitzenden Schuh, und erst recht keinen Entzündungsschmerz, den ja ansonsten jeder kennt, der sich z..B. mal mit dem Messer geschnitten hat. Irgendwo immer seine Eigenerfahrung in die Wahrnehmung einbeziehend, impliziert man dem Patienten eine Schmerzwahr nehmung, auch wenn sie noch so gering sein möge, und ist geneigt, bei seiner Behandlung auch davon auszugehen. Dass der Betroffene wirklich GAR NICHTS verspürt, kann man sich selbst enorm schwer vorstellen – und doch ist genau das der Schlüssel zur adäquaten Behandlung von Menschen mit neuropathischen Wunden. Nur Behandler/innen, die tagtäglich damit umgehen, können sich im Laufe ihres Lebens da ein wenig einarbeiten, und nur dort sind Patienten mit diesen Wunden gut aufgehoben. Das zeigt sich in Netzen wie dem schon länger existierenden Fußnetz Köln, wo dank Beteiligung vieler Thera peuten und Kassen die Amputationszahlen durch die Netzstruktur auf 1/7 des Bundesdurchschnittes gesenkt werden konnten.

Darum bilden engagierte Therapeutinnen/-peuten nun in ganz Deutschland Fußnetze, wie in Rheine, München, Leipzig oder Bayern. Einige Krankenkassen haben auch schon den Nutzen, den sie für ihre Versicherten und für sich daraus ziehen können, erkannt und bei Modellen der integrierten Versorgung mitgewirkt, wie z.B. die KKH-Allianz in München, während große Gesundheitskassen der Meinung sind, die Versorgung von Menschen mit Diabetischem Fußsyndrom sei im DMP hinreichend abgebildet .Dort ist allerdings der Diagnoserhythmus festgelegt, wenn er denn eingehalten wird.

Zur erfolgreichen Therapie und Verringerung der Amputationsrate (2004: 62.500 Amputationen wegen Diabetes) ist aber die Vernetzung aller zur Versorgung von Menschen mit Diabetischem Fußsyndrom erforderlichen und vor allem auch erfahrenen Behandlern notwendig. Dies führt weit über ein DMP hinaus, wie auch unser Schaubild zeigt:

Darum sollten Sie als Betroffener oder Verwandter/Freund einer/eines Betroffenen unbedingt die Netzstrukturen nutzen, die anschließend aufgezeigt werden, um optimal versorgt zu werden, und den Nutzen auch den Krankenkassen darlegen, die sogar trotz einer separaten Versor gungsprämie an das Netz für weniger Geld ihre Versicherten qualitativ hochwertiger versorgt bekommen.

Dr. Arthur Grünerbel

Vorstand Fussnetz Bayern

 

Initiative Chronische Wunden e.V.

Die Fachgesellschaft „Initiative Chronische Wunden e.V." (ICW) wurde 1995 von Ärzten, Pflegenden, Mitarbeitern der Kostenträger und anderen Engagierten ins Leben gerufen, um die Prophylaxe und Therapie von Menschen mit chronischen Wunden zu verbessern.

Insbesondere will die Initiative Chronische Wunden praxisnah und möglichst flächendeckend eine optimale Versorgung erreichen. Die ICW ist die mitgliederstärkste Fachgesellschaft in Deutschland, die sich dem Thema chronische Wunden verschrieben hat. Über folgende Wege soll eine verbesserte Versorgung von Menschen mit chronischen Wunden erreicht werden:

  • Durch Prävention der Entstehung chronischer Wunden und die Unterstützung von Menschen mit chronischen Wunden (wie Dekubitus, Ulcus cruris, Diabetisches Fußsyndrom) und therapeutischer Teams mittels entsprechend fachlich qualifizierter Bildungsmaßnahmen. Hierzu wurden bisher zwei Curricula erarbeitet: Wundexperte ICW und Pflegetherapeut Wunde ICW (beide PersTÜV-zertifiziert). Der Wundexperte ICW ist der erfolgreichste Kurs zum Thema Wundbehandlung in Deutschland, seit 2005 haben über 13000 Teilnehmer (Stand Ende 2010) diesen Titel erhalten. Es ist der einzige Titel in Deutschland, der durch die European Wound Management Association (EWMA) anerkannt ist.
  • Durch Entwickeln und Veröffentlichen von Qualitätssicherungsmaßnahmen im Bereich der Prävention und Versorgung chronischer Wunden. Dazu gibt es ein Zertifizierungsverfahren in Zusammenarbeit mit der DQS (Deutsche Gesellschaft zur Zertifizierung von Managementsystemen) für entsprechende Schwerpunkteinrichtungen, Praxen, ambulante Pflegedienste etc..
  • Bereitstellung von Leitlinien, Konsensuspapieren, Patientenbroschüren etc..
  • Schaffung einer bestmöglichen Versorgungsqualität für Menschen mit chronischen Wunden durch politische Arbeit und Kooperationen, z.B. mit Kostenträ gern, Verbänden und fachlichen Gruppierungen.
  • Etablierung von lokalen Arbeitsgruppen der ICW. Mittlerweile arbeiten fast 30 lokale AGs in Deutschland.
  • Unterstützung und Beratung der im Bereich der Prävention und Versorgung von chronischen Wunden Tätigen.
  • Darstellung der Thematik „Menschen mit chronischen Wunden" in der Öffentlichkeit.
  • Unterstützung von interdisziplinärer Forschung und Untersuchungen im Bereich der Prävention und Versorgung von chronischen Wunden.
  • Maßnahmen zur Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Angehörigen, Betroffenen und therapeutischem Team.

Der jährlich stattfindende Deutsche Wundkongress in Bremen wird fachlich durch die ICW vorbereitet. Zusätzlich wird in Bad Kissingen ein Südkongress veranstaltet.

Dr. Heinz-Dieter Hoppe

Vorstandsmitglied Initiative Chronische Wunden e.V. (ICW).

www.ic-wunden.de

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