Manche Menschen mit stärker ausgeprägtem Lymphödem erleben plötzlich etwas Beunruhigendes:
Die Haut ist nass.
Vielleicht befinden sich:
am Bein oder Arm.
Manchmal sieht es aus, als würde die Haut:
Dabei kann es sich um eine Lymphorrhoe handeln.
Eine aktuelle Übersicht beschreibt sie als Austritt von Lymphflüssigkeit durch die Haut und als relevante Komplikation chronischer Ödeme und Lymphödeme. PubMed
Wenn ein Lymphödem nässt, ist nicht nur die Hautoberfläche das Problem. Entscheidend ist gleichzeitig die Kontrolle des darunterliegenden Ödems.
Nur eine saugende Wundauflage aufzulegen, ohne die Ursache der hohen Gewebebelastung zu berücksichtigen, reicht häufig nicht aus.
Der Begriff setzt sich zusammen aus:
Lymphe
und
-rrhoe = Fließen beziehungsweise Ausfluss.
Gemeint ist:
In der Literatur wird auch von:
gesprochen.
Beim Lymphödem ist der Abtransport von Gewebsflüssigkeit über das lymphatische System beeinträchtigt.
Dadurch steigt die Flüssigkeitsbelastung im Gewebe.
Bei sehr ausgeprägter Schwellung und vorgeschädigter Haut kann Flüssigkeit schließlich über:
nach außen gelangen.
Lymphorrhoe und Lymphzysten beziehungsweise Lymphbläschen gehören zu den beschriebenen Hautkomplikationen eines fortgeschrittenen Lymphödems. PubMed
Im Alltag wird die austretende Flüssigkeit häufig einfach als:
„Lymphe“
bezeichnet.
Die Flüssigkeit an der Hautoberfläche kann jedoch je nach Situation aus einem Gemisch von:
bestehen.
Für Betroffene ist die entscheidende Frage deshalb weniger:
„Ist jeder Tropfen chemisch reine Lymphe?“
sondern:
Typischerweise kann die Flüssigkeit:
erscheinen.
Manchmal entstehen nur einzelne Tropfen.
Bei stärkerer Lymphorrhoe können dagegen:
rasch durchnässen.
Nein.
Wund- beziehungsweise Lymphflüssigkeit kann gelblich aussehen, ohne dass eine bakterielle Infektion vorliegt.
Eiter ist meist:
Entscheidend sind deshalb zusätzlich:
Sie wird besonders bei ausgeprägten Ödemen der unteren Extremitäten gesehen.
Zum Beispiel an:
Grundsätzlich kann sie aber überall dort auftreten, wo:
bestehen.
Die Beine sind im Alltag zusätzlich durch die Schwerkraft belastet.
Bei langem:
kann sich die Flüssigkeitsbelastung distal verstärken.
Besteht gleichzeitig eine stark veränderte Haut, können besonders Unterschenkel und Knöchel problematisch werden.
Nicht zwingend anhand dieses einzelnen Befundes.
Lymphorrhoe tritt allerdings eher im Zusammenhang mit:
Lymphödem beziehungsweise chronischem Ödem auf.
Die Stadieneinteilung sollte trotzdem aus dem gesamten klinischen Befund erfolgen.
Die Haut kann äußerlich zunächst fast intakt wirken.
Bei genauer Betrachtung können jedoch:
vorhanden sein.
Unter hohem Flüssigkeitsdruck reicht ein sehr kleiner Defekt aus, damit Sekret austritt.
Bei chronischem Lymphödem können oberflächennahe lymphatische Gefäße erweitert beziehungsweise verändert sein.
Dadurch können kleine:
Strukturen an der Haut entstehen.
Diese werden beispielsweise als:
bezeichnet.
Wenn sie sich öffnen, kann Flüssigkeit austreten.
Nein.
Ein absichtliches Aufstechen kann:
Neue Bläschen beziehungsweise wiederkehrende nässende Stellen sollten fachkundig beurteilt werden.
Eine Lymphfistel bezeichnet eine krankhafte Verbindung, über die lymphatische Flüssigkeit austritt.
Sie kann beispielsweise entstehen:
Das ist nicht genau dasselbe wie jede spontane Lymphorrhoe eines chronischen Lymphödems.
Auch nach chirurgischen Eingriffen können Lymphgefäße verletzt werden.
Dann kann postoperative Lymphorrhoe entstehen.
Das ist medizinisch eine etwas andere Situation als das Nässen bei einem chronischen Extremitätenlymphödem.
Unser Artikel konzentriert sich deshalb auf:
Weil dauerhafte Feuchtigkeit gleich mehrere Schwierigkeiten verursacht.
Das nennt man:
Kleine Defekte können größer werden.
Geschädigte Haut ist eine mögliche Eintrittspforte für Bakterien.
Das belastet Alltag und Lebensqualität.
Die aktuelle Literatur beschreibt Mazeration, Infektionsrisiko, verzögerte Wundheilung und eingeschränkte Lebensqualität als wichtige Folgen. PubMed
Mazerierte Haut wirkt beispielsweise:
Man kennt einen ähnlichen Effekt nach sehr langem Aufenthalt im Wasser.
Bei einer dauerhaft nässenden Stelle kann dieser Zustand jedoch erheblich ausgeprägter sein.
Wenn Flüssigkeit permanent über gesunde Haut läuft, wird auch diese:
Wundversorgung bedeutet deshalb nicht nur:
„Loch abdecken.“
Auch die Haut rund um die nässende Stelle muss geschützt werden.
Geeignete Wundauflagen sollen unter anderem:
Bei hoher Exsudatmenge können stark absorbierende beziehungsweise superabsorbierende Produkte eingesetzt werden. PubMed
Die konkrete Auswahl gehört in fachkundige Hände.
Für eine kurzfristige Notlösung mag saugendes Material naheliegen.
Als dauerhafte Wundversorgung sind:
jedoch ungeeignet.
Sie können:
Ein kleines Standardpflaster kann bei stärkerer Lymphorrhoe rasch:
Die Versorgung muss zur Menge des austretenden Sekrets passen.
Man hört manchmal:
„Die Lymphe muss raus, deshalb darf man das nicht stoppen.“
Das ist zu simpel.
Das Ziel ist nicht, möglichst viel Flüssigkeit durch die Haut nach außen zu verlieren.
Das Ziel lautet:
Wenn der hohe Flüssigkeitsdruck im Gewebe bestehen bleibt, kann die Haut weiter nässen.
Kompression kann helfen:
Aktuelle Veröffentlichungen betonen deshalb die Bedeutung einer zeitnahen therapeutischen Kompression zusammen mit der Wundversorgung. PubMed
Häufig ja – mit fachgerechter:
Aber:
Nicht jeder Mensch darf ohne Prüfung einfach stark komprimiert werden.
Vor allem bei möglicher:
muss die Kompressionsstrategie ärztlich beziehungsweise fachkundig abgestimmt werden.
Mehr Druck ist nicht automatisch besser.
Falsch angelegte Verbände können:
Insbesondere bei offenen beziehungsweise nässenden Stellen sollte die Versorgung durch geschultes Personal angeleitet werden.
Bei sehr starker:
kann ein vorhandener Kompressionsstrumpf zunächst ungeeignet beziehungsweise schwer handhabbar sein.
In solchen Situationen kann eine:
je nach Befund sinnvoller sein.
Nach Stabilisierung kann erneut eine dauerhafte Kompressionsversorgung angepasst werden.
Ein dauerhaft:
Kompressionsstrumpf ist ungünstig für die Haut.
Die Wundversorgung sollte deshalb so geplant werden, dass:
werden kann.
Bei stärkerem Nässen braucht es häufig eine angepasste Zwischenlösung.
Stellen Sie sich vor, Wasser drückt ständig gegen eine undichte Stelle.
Wenn nur:
mehr saugendes Material
aufgelegt wird, aber der Druck dahinter unverändert bleibt, kann das Problem weiterbestehen.
Bei Lymphorrhoe muss deshalb häufig gleichzeitig die:
reduziert beziehungsweise kontrolliert werden.
Wenn die Haut bereits:
ist, braucht sie zusätzlich geeigneten Schutz.
Optimal ist deshalb ein kombiniertes Vorgehen:
Bewegung aktiviert die Muskelpumpe und unterstützt unter Kompression die Ödemkontrolle.
Je nach Zustand können sinnvoll sein:
Eine aktuelle Übersicht zur Lymphorrhoe nennt neben Kompression und Hautschutz auch Bewegung beziehungsweise geeignete Positionierung als Teil des Gesamtkonzeptes. PubMed
Hochlagern kann bei manchen Menschen die Flüssigkeitsbelastung vorübergehend reduzieren.
Es ersetzt aber normalerweise keine notwendige Kompression und Behandlung.
Besonders ungünstig wäre:
tagelang kaum bewegen und das Bein nur hochlegen.
Die Strategie sollte an den gesamten Gesundheitszustand angepasst werden.
MLD kann je nach Befund Bestandteil der Komplexen Physikalischen Entstauungstherapie sein.
Bei einer offenen beziehungsweise nässenden Hautstelle müssen:
mitberücksichtigt werden.
Eine möglicherweise bestehende akute Infektion gehört zuerst medizinisch abgeklärt.
Bitte nicht versuchen:
„Die restliche Flüssigkeit herauszudrücken.“
Starkes:
kann die ohnehin empfindliche Haut zusätzlich verletzen.
Nicht offene, umliegende Haut sollte gut geschützt werden.
Je nach Situation können dafür geeignete:
eingesetzt werden.
Auf offene Wunden gehört dagegen nicht automatisch die normale tägliche Körperlotion.
Das hängt davon ab:
Deshalb sollte bei stärkerer Lymphorrhoe nicht auf gut Glück mit vielen:
experimentiert werden.
Puder kann sich mit Sekret zu einer:
Schicht verbinden.
Für eine stark exsudierende Wunde ist das keine allgemeine Standardlösung.
Nicht jede nässende Stelle braucht täglich aggressive Desinfektionsmittel.
Einige Produkte können Gewebe reizen.
Welche Wundreinigung sinnvoll ist, sollte nach Wundzustand entschieden werden.
Bei stark nässender Lymphorrhoe ist dauerhaftes:
„einfach offen lassen“
häufig keine gute Strategie.
Die Flüssigkeit kann weiter:
Geeignete Wundauflagen helfen, Sekret kontrolliert aufzunehmen.
Das hängt vor allem von:
ab.
Ein Verband sollte nicht so lange liegen, dass:
Gerade am Anfang können häufigere Wechsel nötig sein.
Nein.
Für den Verlauf kann gelegentliche standardisierte Dokumentation sinnvoll sein.
Zum Beispiel:
Dauerndes Fotografieren ist nicht notwendig.
Die Farbe allein stellt keine Diagnose.
Wichtiger ist die Kombination aus:
Plötzlich deutlich verändertes Wundsekret sollte fachkundig beurteilt werden.
Manchmal war die Haut bereits lange:
Dann reicht möglicherweise ein kleiner zusätzlicher Auslöser wie:
damit Flüssigkeit austritt.
Ein Insektenstich kann die Hautbarriere beschädigen.
Bei starkem Lymphödem kann aus einem kleinen Hautdefekt anschließend mehr Flüssigkeit austreten als erwartet.
Gleichzeitig müssen solche Stellen wegen des Infektionsrisikos beobachtet werden.
Kleine Schnittverletzungen können ebenfalls Eintrittsstellen darstellen.
Deshalb sollte bei stark verändertem Lymphödem besonders auf hautschonende Rasur geachtet werden.
Trockene Haut kann:
Durch Kratzen entstehen kleine Verletzungen.
Regelmäßige Hautpflege intakter Haut ist deshalb ein wichtiger Bestandteil des Lymphödemmanagements.
Gerade zwischen den Zehen können:
die Hautbarriere schädigen.
Sie sollten frühzeitig behandelt werden, weil sie mögliche Eintrittspforten für bakterielle Infektionen darstellen.
Das ist besonders wichtig.
Lymphödem erhöht das Risiko für Hautinfektionen.
Eine geschädigte nässende Hautbarriere kann dieses Problem zusätzlich verschärfen.
Achten Sie deshalb auf:
🚨 neue deutliche Rötung
🚨 Überwärmung
🚨 rasch zunehmende Schmerzen
🚨 Fieber
🚨 Schüttelfrost
Diese Kombination kann zu einem Erysipel beziehungsweise einer Cellulitis passen und benötigt rasche medizinische Abklärung.
Nein.
Rötungen können beispielsweise auch entstehen durch:
Aber insbesondere zusammen mit:
muss eine Infektion ernst genommen werden.
Stark nässende Wunden können einen Geruch entwickeln.
Das bedeutet nicht automatisch Infektion.
Neue beziehungsweise zunehmende:
sollten jedoch kontrolliert werden.
Ein chronisch ödematöses Gewebe hat ungünstigere Bedingungen für:
Eine Review beschreibt pathophysiologische und immunologische Mechanismen, durch die Lymphödem die Wundheilung beeinträchtigen kann. PubMed
Deshalb ist Ödemkontrolle auch für Wundheilung relevant.
Sie ist nicht automatisch ein medizinischer Notfall.
Sie sollte aber ernst genommen werden, weil sie auf eine relevante:
hinweisen kann.
Unbehandelt können entstehen:
Nicht jede kleine Lymphorrhoe erfordert eine Notaufnahme.
Eine zeitnahe fachkundige Beurteilung ist aber sinnvoll.
Dringlicher wird es bei:
Je nach Versorgungssituation beispielsweise:
Bei komplexen Wunden ist eine Zusammenarbeit verschiedener Berufsgruppen häufig besonders hilfreich.
Ja, besonders wenn Lymphorrhoe erstmals auftritt.
Dann sollte gefragt werden:
Nässende Unterschenkel können auch im Rahmen einer:
auftreten.
Nicht jede nässende Wunde am Bein ist deshalb automatisch reines Lymphödem.
Vor stärkerer Kompression der Beine muss bei entsprechendem Risiko beziehungsweise klinischem Verdacht beurteilt werden, ob die arterielle Durchblutung ausreichend ist.
Das ist einer der Gründe, warum bei neu entstandenen Wunden eine fachkundige Untersuchung wichtig ist.
Bei Diabetes können:
beeinflusst sein.
Eine offene nässende Stelle am Bein oder Fuß sollte deshalb besonders sorgfältig beurteilt werden.
Eine unkomplizierte Lymphorrhoe muss nicht extrem schmerzhaft sein.
Wenn plötzlich:
hinzukommen, sollte nach:
gesucht werden.
Bei kleinen Mengen normalerweise nicht.
Bei sehr ausgeprägter kontinuierlicher Flüssigkeitsabgabe können jedoch relevante Verluste entstehen.
Solche schweren Situationen gehören medizinisch betreut.
Eine Lymphorrhoe sollte nicht eigenständig mit:
behandelt werden.
Die normale Flüssigkeitszufuhr richtet sich nach dem allgemeinen Gesundheitszustand.
Bei Herz- oder Nierenerkrankungen können individuelle Vorgaben gelten.
Diuretika sind keine allgemeine Standardbehandlung eines Lymphödems.
Sie sollten nur bei einer entsprechenden zusätzlichen medizinischen Indikation eingesetzt werden.
Eine nässende Hautstelle ist kein Grund, eigenständig Entwässerungsmittel zu nehmen.
Das kann gerade bei einem ausgeprägten Ödem kontraproduktiv sein.
Ohne Kompression kann die Gewebebelastung weiter steigen und die Leckage anhalten.
Deshalb lautet die bessere Frage:
Das ist zunächst erfreulich.
Trotzdem sollte nicht automatisch die Ödemtherapie beendet werden.
Denn wenn die zugrunde liegende Schwellung wieder zunimmt, kann die Haut erneut belastet werden.
Das langfristige Ziel lautet:
Ja, Lymphorrhoe kann unter erfolgreicher Behandlung zum Stillstand kommen und die Haut kann abheilen.
Wie schnell das gelingt, hängt unter anderem ab von:
Wenn der zugrunde liegende hohe Flüssigkeitsdruck wieder zunimmt, können:
Langfristiges Lymphödemmanagement bleibt deshalb entscheidend.
Nach deutlicher Umfangsreduktion kann ein früherer Strumpf:
werden.
Dann sollte neu vermessen werden.
Umgekehrt kann ein zu enger beziehungsweise schlecht sitzender Strumpf Hautprobleme verschärfen.
Besonders bei:
sollte die Haut regelmäßig kontrolliert werden.
Hilfreich können sein:
Vermeiden Sie:
Je weniger zusätzliche Verletzungen die Haut erfährt, desto besser.
Stark geschwollener Unterschenkel, kleine nässende Stelle.
Geeignete Wundauflage + Hautschutz + fachgerechte Kompression.
Weniger Sekret, weniger Umfang, stabilere Haut.
Wunde geschlossen, neue Kompressionsversorgung beziehungsweise langfristige Ödemkontrolle.
Das ist ein mögliches Beispiel – kein garantierter Verlauf.
Eine Patientin bemerkt zunächst eine kleine nässende Stelle.
Am nächsten Tag entstehen:
Hier sollte nicht einfach nur ein stärkerer Verband angelegt werden.
Das ist eine Situation für:
Ein vorhandener Strumpf:
Bei gleichzeitig starkem Lymphödem beginnt diese Stelle zu nässen.
Dann müssen sowohl:
als auch:
korrigiert werden.
Eine Person bewegt sich wegen einer anderen Erkrankung plötzlich deutlich weniger.
Daraufhin:
Dann sollte auch der Auslöser der Ödemzunahme berücksichtigt werden.
Bei einer kleinen neu aufgetretenen nässenden Stelle:
Bei Warnzeichen entsprechend schneller handeln.
Wenn:
🚨 rasch zunehmende Rötung
🚨 deutliche Überwärmung
🚨 Fieber oder Schüttelfrost
🚨 starke neue Schmerzen
🚨 rasch zunehmende Schwellung
🚨 stark trübes beziehungsweise eitrig wirkendes Sekret
🚨 schwarze oder absterbende Hautbereiche
🚨 plötzlich kalter, blasser oder bläulicher Fuß beziehungsweise Hand
🚨 Atemnot oder Brustschmerzen
Diese Beschwerden sind nicht einfach „normales Nässen“.
| Befund | Bedeutung |
|---|---|
| klare/hellgelbliche Flüssigkeit | kann zu Lymphorrhoe passen |
| starkes chronisches Ödem | erhöht die Gewebebelastung |
| aufgeweichte Haut | Mazeration durch Feuchtigkeit |
| Lymphbläschen | mögliche Austrittsstelle |
| offene kleine Hautstelle | kann dauerhaft nässen |
| Kompression | häufig zentral für Ödemkontrolle |
| Wundauflage | nimmt Sekret auf und schützt Haut |
| Rötung + Wärme + Fieber | Infektion abklären |
Lymphorrhoe bezeichnet den Austritt lymphatischer beziehungsweise ödematöser Flüssigkeit durch die Haut. Sie kann eine Komplikation chronischer Ödeme und Lymphödeme sein. PubMed
Bei starkem Ödem können hoher Flüssigkeitsdruck und Hautveränderungen dazu führen, dass Flüssigkeit über kleine Hautdefekte beziehungsweise lymphatische Veränderungen austritt.
Die Lymphflüssigkeit selbst ist nicht „ansteckend“. Eine offene Wunde kann jedoch infiziert sein beziehungsweise sich infizieren.
Stark nässende Stellen werden üblicherweise mit geeigneten saugenden Wundauflagen geschützt. Dauerhaftes ungeschütztes Nässen kann die umliegende Haut schädigen.
Häufig ist therapeutische Kompression ein wichtiger Bestandteil der Behandlung. Sie muss jedoch passend zur Wunde und zum medizinischen Gesamtzustand angewendet werden. PubMed
Durch bessere Ödemkontrolle kann sie wesentlich dazu beitragen, dass die Leckage zurückgeht. Sie ist jedoch Teil eines Gesamtkonzeptes aus Wundversorgung, Hautschutz und Behandlung des Ödems.
Nein.
Nicht automatisch. Farbe, Konsistenz und weitere Entzündungszeichen müssen gemeinsam beurteilt werden.
Nicht automatisch. Antibiotika sind bei bakterieller Infektion erforderlich, nicht allein wegen austretender Lymphflüssigkeit.
Dauerhafte Feuchtigkeit kann die Haut aufweichen. Das nennt man Mazeration.
Das hängt vom individuellen Lymphödembefund ab. MLD kann Teil der Behandlung sein, ersetzt aber weder notwendige Wundversorgung noch Kompression.
Ja, insbesondere wenn die Ödemkontrolle wieder schlechter wird oder die Haut erneut geschädigt wird.
Nein. Ein reines Lipödem ist keine lymphatische Ödemerkrankung. Eine echte Lymphorrhoe sollte deshalb nicht einfach als typisches Lipödemsymptom bezeichnet werden.
Eine nässende Stelle löst verständlicherweise häufig große Unsicherheit aus:
„Mein Bein verliert Wasser – was soll ich jetzt tun?“
Die wichtigste Botschaft lautet:
Eine erfolgreiche Versorgung verbindet:
🩹 Wundschutz
🧴 Hautschutz
🧦 Ödemkontrolle
🚶 angepasste Aktivität
🩺 medizinische Ursachenklärung
So wird aus einem scheinbaren „Hautproblem“ wieder das, was es tatsächlich ist:
➡ Was ist ein Lymphödem?
➡ Fibrose beim Lymphödem
➡ Pitting beim Lymphödem
➡ Stemmer-Zeichen beim Lymphödem
➡ Schweregefühl und Spannungsgefühl beim Lymphödem
➡ Hautpflege bei Lymphödem
➡ Erysipel/Wundrose
➡ Kompressionsversorgung richtig messen
➡ Therapieerfolg beim Lymphödem messen
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