Arbeiten mit Lymphödem oder Lipödem

Marcus Koller

Kurz erklärt

Viele Menschen mit einem Lymphödem oder Lipödem stehen täglich im Berufsleben. Je nach Tätigkeit können langes Sitzen, langes Stehen oder körperliche Belastungen den Alltag erschweren.

Mit einer guten Planung, passenden Hilfsmitteln und regelmäßigen Bewegungspausen gelingt es vielen Betroffenen, ihren Beruf weiterhin aktiv auszuüben.

💚 Das Wichtigste für Betroffene

Ein Lymphödem oder Lipödem bedeutet nicht automatisch, dass Sie Ihren Beruf aufgeben müssen. Kleine Anpassungen im Arbeitsalltag können häufig bereits viel bewirken.

Das Wichtigste auf einen Blick

✅ Regelmäßig Bewegung einplanen

✅ Kompressionsversorgung konsequent tragen (wenn ärztlich empfohlen)

✅ Arbeitsplatz ergonomisch gestalten

✅ Ausreichend trinken

✅ Auf Warnsignale des Körpers achten

Typische Herausforderungen im Berufsalltag

Je nach Tätigkeit können unterschiedliche Belastungen auftreten.

Langes Sitzen

Zum Beispiel bei:

  • Büroarbeit
  • Homeoffice
  • Autofahrten
  • Meetings

Hier können regelmäßige Positionswechsel und kurze Gehpausen hilfreich sein.

Langes Stehen

Zum Beispiel bei:

  • Verkauf
  • Pflege
  • Gastronomie
  • Handwerk

Kurze Entlastungsphasen und das Wechseln der Belastung können den Alltag erleichtern.

Körperlich anstrengende Berufe

Wer regelmäßig hebt, trägt oder viel läuft, sollte Belastungen möglichst gut planen und auf die eigene körperliche Situation achten.

Den Arbeitsplatz anpassen

Je nach Tätigkeit können sinnvoll sein:

✔ ergonomischer Bürostuhl

✔ höhenverstellbarer Schreibtisch

✔ Fußstütze

✔ bequeme Schuhe

✔ ausreichend Platz für Bewegung

Bewegung im Arbeitsalltag

Schon wenige Minuten Bewegung können den langen Arbeitsalltag auflockern.

Ideen:

🚶 kurzer Gang durchs Büro

🦶 Fuß- und Wadenbewegungen

🧘 leichte Dehnübungen

🚰 Wasser holen statt lange sitzen bleiben

Kompression im Beruf

Wenn Ihre Kompressionsversorgung Teil der Therapie ist, sollte sie – entsprechend der ärztlichen Empfehlung – auch während der Arbeitszeit getragen werden.

Bei Fragen zur Passform oder zum Tragekomfort kann das Sanitätshaus beraten.

Was sollten Sie vermeiden?

❌ Stundenlanges Sitzen ohne Pause

❌ Zu wenig trinken

❌ Unbequeme Schuhe

❌ Schmerzen dauerhaft ignorieren

Wann sollten Sie ärztlichen Rat suchen?

Sprechen Sie mit Ihrem Behandlungsteam, wenn:

  • Beschwerden deutlich zunehmen,
  • neue Schwellungen auftreten,
  • die Kompressionsversorgung nicht mehr passt,
  • Schmerzen Ihre Arbeit erheblich beeinträchtigen.

Tipps für den Alltag

✔ Termine so planen, dass kurze Bewegungspausen möglich sind.

✔ Wasserflasche griffbereit halten.

✔ Haut regelmäßig kontrollieren.

✔ Bequeme Kleidung und Schuhe tragen.

Häufige Fragen

Kann ich trotz Lymphödem oder Lipödem weiter arbeiten?

Viele Menschen können ihren Beruf weiterhin ausüben. Ob Anpassungen notwendig sind, hängt von der individuellen Situation und der Art der Tätigkeit ab.

Was hilft bei einem Bürojob?

Regelmäßiges Aufstehen, kurze Gehpausen und eine ergonomische Sitzposition können hilfreich sein.

Ist Homeoffice besser?

Für manche Menschen bietet Homeoffice mehr Flexibilität, zum Beispiel für Bewegungspausen. Das hängt jedoch von der persönlichen Situation und der Tätigkeit ab.

Muss ich meinem Arbeitgeber von der Erkrankung erzählen?

Ob und wann Sie Ihren Arbeitgeber informieren möchten, ist eine persönliche Entscheidung. Je nach Situation können individuelle arbeitsrechtliche oder organisatorische Aspekte eine Rolle spielen.

Erfahrungen aus dem LymphNetzwerk

Viele Mitglieder berichten, dass kleine Veränderungen im Arbeitsalltag einen großen Unterschied machen können. Häufig genannt werden regelmäßige Gehpausen, höhenverstellbare Schreibtische, gut sitzende Kompressionsversorgung und offene Gespräche mit Kolleginnen und Kollegen oder Vorgesetzten, wenn Unterstützung notwendig ist.

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