Ernährung, Bewegung, Schlaf, Kompression, Wetter und hormonelle Veränderungen können das tägliche Wohlbefinden beeinflussen. Gerade bei einem Lymphödem oder Lipödem ist es jedoch oft schwierig, einzelne Zusammenhänge zuverlässig zu erkennen.
Das 14-Tage-Ernährungstagebuch des LymphNetzwerks hilft Ihnen dabei, Ihre Mahlzeiten und Getränke gemeinsam mit Beschwerden und wichtigen Alltagseinflüssen zu dokumentieren. So entsteht nach und nach ein persönlicher Überblick, den Sie auch zu einer ärztlichen, therapeutischen oder ernährungsmedizinischen Beratung mitnehmen können.
Auf jeder Tagesseite können Sie folgende Angaben eintragen:
Zusätzlich enthält das Tagebuch zwei Wochenrückblicke. Diese helfen Ihnen, wiederkehrende Muster zu erkennen und festzuhalten, was Ihnen im Alltag möglicherweise guttut.
Das Ernährungstagebuch ist keine Diät und arbeitet nicht mit starren Ernährungsregeln. Es soll Ihnen ermöglichen, den eigenen Körper aufmerksam zu beobachten, ohne einzelne Lebensmittel vorschnell als Ursache von Beschwerden zu bewerten.
Ein einzelner Tag reicht meistens nicht aus, um einen Zusammenhang festzustellen. Aussagekräftiger sind Beobachtungen, die sich unter ähnlichen Bedingungen mehrfach wiederholen. Dabei sollten immer auch andere mögliche Einflüsse wie Hitze, Schlafmangel, Bewegung, Kompression, Zyklus oder langes Sitzen und Stehen berücksichtigt werden.
Für das Lymphödem gibt es keine wissenschaftlich nachgewiesene spezielle Diät. Auch eine starke Einschränkung der Trinkmenge lässt die im Gewebe vorhandene Schwellung nicht zurückgehen. Empfohlen werden grundsätzlich eine abwechslungsreiche Ernährung, ausreichend Flüssigkeit und – sofern individuell erforderlich – die Unterstützung eines gesunden Körpergewichts.
Die Behandlung eines Lymphödems beruht vor allem auf der komplexen physikalischen Entstauungstherapie. Dazu gehören unter anderem Kompression, Bewegung, Hautpflege, Anleitung zum Selbstmanagement und gegebenenfalls manuelle Lymphdrainage. Weitere Informationen bietet das Bundesgesundheitsportal zum Lymphödem.
Beim Lipödem kann eine individuell passende Ernährung Teil eines umfassenden Behandlungskonzeptes sein. Nach der aktuellen deutschen Leitlinie sollen Ernährung und Gewichtsmanagement dazu beitragen, Mobilität und Funktionsfähigkeit zu erhalten sowie Schmerzen und Beschwerden zu reduzieren.
Dabei geht es nicht um radikale Diäten oder ein bestimmtes Schönheitsideal. Entscheidend sind realistische und langfristig umsetzbare Ziele, die zur persönlichen gesundheitlichen Situation passen. Grundlage hierfür ist die S2k-Leitlinie Lipödem der AWMF.
Füllen Sie möglichst 14 Tage lang täglich eine Seite aus. Schätzwerte sind vollkommen ausreichend – Regelmäßigkeit ist wichtiger als Perfektion.
Bewerten Sie Ihre Beschwerden morgens und abends und notieren Sie Mahlzeiten sowie wichtige Einflüsse möglichst zeitnah. Sehen Sie sich am Ende jeder Woche Ihre Einträge in Ruhe an:
Bitte verändern Sie Ihre Ernährung nicht aufgrund einer einzelnen Beobachtung grundlegend. Größere Ernährungsumstellungen oder der Ausschluss ganzer Lebensmittelgruppen sollten mit einer qualifizierten Ernährungsfachkraft oder dem behandelnden medizinischen Team abgestimmt werden.
Mit dem 14-Tage-Ernährungstagebuch können Sie direkt beginnen. Es steht als druckbare PDF-Datei zur Verfügung.
14-Tage-Ernährungstagebuch für Lymphödem und Lipödem herunterladen
Das Tagebuch kann ausgedruckt und handschriftlich ausgefüllt werden. Für eigene Anpassungen kann zusätzlich eine bearbeitbare Word-Version angeboten werden.
Das Ernährungstagebuch dient der persönlichen Beobachtung und Vorbereitung auf fachliche Gespräche. Es ersetzt keine ärztliche Diagnose, Behandlung oder individuelle Ernährungsberatung.
Bei einer plötzlich zunehmenden oder einseitigen Schwellung, Rötung, Überwärmung, Fieber, Atemnot, Brustschmerzen oder einer schnellen Verschlechterung der Beschwerden sollte zeitnah medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden. Bei Herz-, Nieren- oder Lebererkrankungen sowie einer ärztlich verordneten Trink- oder Salzbegrenzung gelten immer die individuellen Empfehlungen des Behandlungsteams.
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