Noch immer haben manche Betroffene Sorge, dass Training mit Gewichten ein Lymphödem grundsätzlich verschlechtern könnte. Der heutige Kenntnisstand ist deutlich differenzierter: Bewegung einschließlich Krafttraining wird bei Lymphödem nicht grundsätzlich vermieden. Der internationale Konsensus der International Society of Lymphology beschreibt sowohl Ausdauer- als auch Widerstandstraining als mögliche Bewegungsformen und empfiehlt einen schrittweisen Trainingsaufbau. Die Daten zum Krafttraining stammen allerdings zu einem großen Teil aus Untersuchungen zum krebsbedingten Lymphödem, insbesondere nach Brustkrebs.
Auch beim Lipödem spielt Bewegung eine wichtige Rolle. Die deutsche S2k-Leitlinie berichtet unter anderem über eine Untersuchung, in der Bewegung in Kombination mit Kompression mit einer Reduktion von Beschwerden verbunden war. Die Datenlage ist jedoch wesentlich kleiner als bei allgemeinen Trainingsfragen.
Im Fitnessstudio geht es nicht darum, möglichst viel Gewicht zu bewegen. Ein gutes Training ist kontrollierbar, individuell dosiert und lässt sich langfristig in den Alltag integrieren.
Ein Fitnessstudio bietet den Vorteil, verschiedene Trainingsformen an einem Ort miteinander kombinieren zu können.
Dazu gehören:
Bei Lymphödem zeigen Studien insgesamt, dass Bewegung Funktion, Fitness und Lebensqualität verbessern kann; frühere Befürchtungen, körperliches Training müsse grundsätzlich vermieden werden, werden durch die heutige Evidenz nicht gestützt.
Gerade beim Einstieg ist eine gute Vorbereitung sinnvoll.
✔ Lassen Sie sich die Geräte erklären.
✔ Beginnen Sie mit wenigen Übungen.
✔ Stellen Sie Geräte passend auf Ihre Körpergröße ein.
✔ Wählen Sie zunächst eine moderate Belastung.
✔ Notieren Sie, welche Übungen Ihnen guttun.
✔ Besprechen Sie besondere gesundheitliche Einschränkungen mit Ihrem Behandlungsteam.
Beides kann grundsätzlich möglich sein.
Geräte können für Einsteiger praktisch sein, weil die Bewegung stärker geführt wird.
Geeignet sind beispielsweise:
Kurzhanteln oder andere freie Gewichte ermöglichen vielseitige Bewegungen, erfordern aber häufig mehr Koordination und eine gute Technik.
Für Einsteiger ist deshalb eine fachkundige Anleitung besonders wertvoll.
Eine pauschale Gewichtsangabe gibt es nicht.
Eine gute Ausgangsbelastung ist eine Belastung, bei der Sie:
Anschließend kann die Belastung langsam gesteigert werden.
Gerade für Menschen mit Lymphödem spricht die verfügbare Evidenz für einen progressiven, also langsam gesteigerten Trainingsaufbau statt eines abrupten Einstiegs mit hoher Belastung.
Beginnen Sie beispielsweise mit:
Das Aufwärmen dient vor allem dazu, Körper und Bewegungsabläufe auf das Training vorzubereiten.
Neben Kraftgeräten bieten sich häufig an:
Die Belastung lässt sich gut regulieren und die Bewegung ist gleichmäßig.
Gut geeignet für kontrolliertes Gehen, beispielsweise auch bei schlechtem Wetter.
Beansprucht mehrere Muskelgruppen gleichzeitig. Beginnen Sie bei Unsicherheit mit geringer Intensität.
Es ist nicht erforderlich, jede Trainingsform zu nutzen. Entscheidend ist, was gut zu Ihrer persönlichen Situation passt.
Bei dieser Frage ist eine differenzierte Aussage wichtig.
Der internationale Lymphödem-Konsensus weist darauf hin, dass die Notwendigkeit einer Kompressionsversorgung während des Trainings individuell entschieden werden sollte; die vorhandenen Studien haben bislang weder einen eindeutigen Nutzen noch einen Schaden des Kompressionstragens während sportlicher Aktivität gezeigt.
Beim Lipödem beschreibt die aktuelle S2k-Leitlinie dagegen Hinweise darauf, dass Bewegung in Kombination mit Kompression Beschwerden wie Schmerzen positiv beeinflussen kann.
Daher gilt: Orientieren Sie sich an Ihrer persönlichen Versorgung und den Empfehlungen Ihres Behandlungsteams – statt an einer pauschalen Regel.
Stellen Sie eine Wasserflasche in Reichweite und trinken Sie entsprechend Ihrem individuellen Bedarf.
Besonders bei:
kann der Flüssigkeitsbedarf steigen.
Bei Erkrankungen, bei denen die Trinkmenge medizinisch begrenzt werden muss, gelten selbstverständlich die individuellen ärztlichen Vorgaben.
Mehr ist nicht automatisch besser.
Planen Sie zwischen den Übungen ausreichend Erholung ein und geben Sie Ihrem Körper zwischen intensiveren Trainingseinheiten Zeit zur Regeneration.
Ein sinnvoller Einstieg kann beispielsweise aus zwei überschaubaren Trainingseinheiten pro Woche bestehen, bevor Umfang oder Intensität gesteigert werden. Die optimale Häufigkeit richtet sich jedoch nach Trainingszustand, Erkrankung und persönlichen Zielen.
Nach dem Training lohnt sich ein kurzer Check:
Notieren Sie Veränderungen gegebenenfalls in einem Trainings- oder Symptomtagebuch.
Beenden oder reduzieren Sie das Training bei:
Akute Rötung, Überwärmung, Fieber oder rasch zunehmende Beschwerden sollten medizinisch abgeklärt werden.
Ein Anfängertraining könnte beispielsweise so aufgebaut sein:
5–10 Minuten lockeres Ergometer oder Gehen.
4–6 ausgewählte Übungen für große Muskelgruppen mit kontrollierbarer Belastung.
10–20 Minuten in angenehmem Tempo.
Einige Minuten langsames Gehen und sanfte Mobilisation.
Nach dem Training prüfen, wie sich Haut, Schwellung und allgemeines Wohlbefinden entwickeln.
Das ist kein individueller Trainingsplan, sondern ein mögliches Orientierungsschema. Bei relevanten Begleiterkrankungen oder längerer Trainingspause ist eine persönliche Anleitung sinnvoll.
❌ Direkt mit hohen Gewichten beginnen
❌ Jede Einheit bis zur völligen Erschöpfung trainieren
❌ Schmerzen ignorieren
❌ Technik der Geschwindigkeit opfern
❌ Erholungstage vergessen
❌ Kompressionsprobleme oder Hautveränderungen übergehen
Für viele Menschen mit Lymphödem ist Bewegung einschließlich Krafttraining möglich. Der internationale Konsensus unterstützt körperliche Aktivität und einen schrittweisen Trainingsaufbau. Die individuelle Situation und mögliche Begleiterkrankungen sollten berücksichtigt werden.
Die verfügbaren Daten – überwiegend bei krebsbedingtem Lymphödem – zeigen nicht, dass progressiv aufgebautes Krafttraining grundsätzlich zu einer Verschlechterung führen muss. Die Studienlage lässt sich jedoch nicht uneingeschränkt auf jede Form und Ursache eines Lymphödems übertragen.
Nicht pauschal. Beim Lymphödem empfiehlt der internationale Konsensus eine individuelle Entscheidung. Beim Lipödem gibt es Hinweise, dass Bewegung zusammen mit Kompression Beschwerden reduzieren kann.
Nicht grundsätzlich. Geräte können für den Einstieg leichter kontrollierbar sein, während freie Gewichte mehr Koordination erfordern. Entscheidend sind Technik, Dosierung und individuelle Verträglichkeit.
Steigern Sie erst, wenn Sie die aktuelle Belastung sauber und ohne relevante Beschwerden bewältigen. Kleine Schritte sind sinnvoller als große Gewichtssprünge.
Viele Betroffene berichten, dass das Fitnessstudio zunächst mit Unsicherheit verbunden war. Ein Einführungstermin, leichte Gewichte und eine überschaubare Zahl an Übungen können den Einstieg erleichtern. Häufig wird außerdem als hilfreich beschrieben, Veränderungen von Schmerzen, Schwellung und Belastbarkeit über mehrere Wochen zu beobachten, statt das Training nach einer einzelnen Einheit zu beurteilen.
➡ Krafttraining mit Lymphödem oder Lipödem
➡ Yoga mit Lymphödem oder Lipödem
➡ Wandern mit Lymphödem oder Lipödem
➡ Nordic Walking mit Lymphödem oder Lipödem
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