Haushalt klingt zunächst nicht nach „Training“. Tatsächlich bestehen viele alltägliche Aufgaben aber aus Bewegung:
Für Menschen mit Lymphödem oder Lipödem kann diese Bewegung grundsätzlich wertvoll sein. Gleichzeitig können längeres Stehen, schwere Lasten oder wiederholte einseitige Tätigkeiten belastend werden.
Deshalb geht es nicht darum, Hausarbeit möglichst schnell zu erledigen, sondern die Belastung intelligent zu verteilen.
Haushalt muss kein Marathon sein. Aufgaben aufteilen, Positionen wechseln und Pausen einplanen kann den Alltag deutlich angenehmer machen.
Alltagsaktivität trägt zur gesamten körperlichen Bewegung eines Tages bei.
Dazu gehören beispielsweise:
Sie müssen deshalb nicht jede Hausarbeit zusätzlich als „Sport“ betrachten.
Ein häufiger Fehler ist, sämtliche Aufgaben auf einen einzigen freien Tag zu legen.
Statt:
Samstag = Großputz
kann es angenehmer sein:
Montag: Bad
Dienstag: Wäsche
Mittwoch: Einkauf
Donnerstag: Staubsaugen
Freitag: Küche
Dadurch verteilt sich die Belastung besser.
Versuchen Sie, nicht lange in derselben Position zu bleiben.
Beispiel:
Der Wechsel zwischen Sitzen, Stehen und Gehen kann den Alltag angenehmer gestalten.
Staubsaugen kann überraschend anstrengend sein.
Hilfreich können sein:
✔ leichtes Gerät
✔ teleskopierbarer Griff
✔ kleine Bereiche nacheinander
✔ aufrechte Haltung
✔ regelmäßiger Seitenwechsel
✔ kurze Pausen
Vermeiden Sie hektische, ruckartige Bewegungen.
Beim Wischen entstehen häufig lange Vorwärts- und Rückwärtsbewegungen.
Achten Sie auf:
Ein Wischsystem mit Presse oder Auswringmechanismus kann zusätzlich Kraft sparen.
Auch Wäsche bedeutet viele kleine Belastungen:
Praktisch kann sein:
Gerade Einkaufstaschen können schnell sehr schwer werden.
Besser:
🛒 Einkaufswagen nutzen
🎒 kleinen Rucksack verwenden
🛍️ Gewicht auf mehrere Taschen verteilen
🚗 Einkäufe in mehreren Wegen tragen
🤝 Hilfe annehmen
Noch besser kann ein Einkaufstrolley sein.
Wenn eine Tasche so schwer ist, dass Sie:
ist sie für diesen Weg möglicherweise zu schwer.
Lieber zweimal gehen als einmal überlasten.
Bei einem bestehenden Armlymphödem müssen Lasten nicht grundsätzlich vermieden werden.
Entscheidend ist ein schrittweiser Belastungsaufbau und eine gute Beobachtung der individuellen Reaktion.
Beginnen Sie mit leichteren Lasten und steigern Sie nur bei guter Verträglichkeit.
Beim Kochen, Bügeln oder Abwaschen kann langes Stehen belastend werden.
Probieren Sie:
Viele Arbeiten lassen sich auch im Sitzen erledigen:
Ein hoher Arbeitsstuhl oder Küchenhocker kann dabei hilfreich sein.
Wenn Sie bügeln:
✔ Bügelbrett passend einstellen
✔ nicht dauerhaft stehen
✔ einzelne Kleidungsstücke statt großer Stapel
✔ zwischendurch sitzen
Noch praktischer:
Nicht alles muss gebügelt werden.
Fensterputzen kombiniert:
Teilen Sie große Fensterflächen auf und vermeiden Sie lange Überkopfarbeit.
Bei Unsicherheit oder deutlichen Beschwerden darf diese Tätigkeit delegiert werden.
Gartenarbeit kann sehr abwechslungsreiche Bewegung bieten.
Geeignet können sein:
Vorsicht bei:
Eine 10-Liter-Gießkanne wiegt gefüllt rund 10 Kilogramm plus Eigengewicht.
Zwei kleinere Wege können deshalb deutlich angenehmer sein als eine sehr schwere Last.
Praktische Hilfsmittel können Belastung reduzieren:
Das Ziel ist nicht, alles ohne Hilfe zu schaffen.
Warten Sie nicht unbedingt, bis Sie völlig erschöpft sind.
Probieren Sie zum Beispiel:
danach
oder kürzere Intervalle entsprechend Ihrer Belastbarkeit.
Eine Pause kann sein:
Sie müssen eine Pause nicht mit einer anderen Aufgabe „füllen“.
Die Kompressionsversorgung sollte entsprechend der individuellen Empfehlung genutzt werden.
Achten Sie bei stärkerer Bewegung darauf, ob sie:
Bei wiederkehrenden Problemen sollte die Passform überprüft werden.
Hitze kann zusätzliche Belastung bedeuten.
Dann kann es sinnvoll sein:
Nicht jede Aufgabe muss persönlich übernommen werden.
Denkbar sind:
Das ist besonders sinnvoll, wenn bestimmte Tätigkeiten regelmäßig Beschwerden auslösen.
Chronische Erkrankungen können schwankende Tage mit sich bringen.
Ein guter Tag:
Ein schwieriger Tag:
Beides kann angemessen sein.
Fragen Sie sich:
Diese drei Fragen können viel unnötigen Belastungsdruck reduzieren.
Machen Sie kurz einen Körpercheck:
So erkennen Sie schneller, welche Tätigkeiten oder Belastungen angepasst werden sollten.
Unterbrechen Sie eine Tätigkeit bei:
Akute Rötung, Überwärmung und Fieber sollten medizinisch abgeklärt werden.
Ja. Viele Tätigkeiten im Haushalt gehören zur körperlichen Alltagsaktivität. Wie intensiv sie sind, hängt von Aufgabe, Dauer und persönlicher Belastbarkeit ab.
Ein generelles Verbot gibt es nicht. Belastungen sollten jedoch schrittweise aufgebaut und individuell vertragen werden. Sehr schwere Lasten oder ruckartige Belastungen können unnötig belastend sein.
Versuchen Sie kleinere Bereiche, Pausen, ein leichteres Gerät oder eine ergonomischere Haltung. Bleiben die Beschwerden deutlich, sollte die Belastung reduziert und gegebenenfalls fachlich besprochen werden.
Für viele Menschen ja. Die Belastung sollte an Schmerzen, Beweglichkeit und Tagesform angepasst werden. Schwere Lasten, lange statische Positionen und starke Hitze können dabei besonders belastend sein.
Das hängt von Ihrer individuellen Versorgung und den Empfehlungen Ihres Behandlungsteams ab. Eine pauschale Regel für alle Betroffenen gibt es nicht.
Längeres unbewegtes Stehen kann von manchen Betroffenen als unangenehm empfunden werden. Regelmäßige Positionswechsel und kurze Gehbewegungen können hilfreicher sein als langes statisches Stehen.
Viele Betroffene berichten, dass nicht die einzelne Haushaltsaufgabe das größte Problem ist, sondern die Summe vieler Tätigkeiten ohne Pause.
Besonders hilfreich werden häufig genannt:
Der entscheidende Gedanke lautet:
Alltag darf angepasst werden.
➡ Training zu Hause mit Lymphödem oder Lipödem
➡ Treppensteigen mit Lymphödem oder Lipödem
➡ Spazierengehen mit Lymphödem oder Lipödem
➡ Arbeiten mit Lymphödem oder Lipödem
➡ Homeoffice mit Lymphödem oder Lipödem
➡ Kompression im Alltag
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