Kompressionsstrumpf schneidet ein – was tun?

Marcus Koller

Kurz erklärt

Ein Kompressionsstrumpf soll fest sitzen – aber er sollte nicht schmerzhaft einschneiden. Druckstellen, Einschnürungen oder Schmerzen sind keine normale Begleiterscheinung der Kompression.

Die Ursachen können unterschiedlich sein: von einer veränderten Passform über eine falsche Größe bis hin zu Veränderungen des Gewebes. Wichtig ist, Beschwerden ernst zu nehmen und die Versorgung überprüfen zu lassen.

💚 Das Wichtigste für Betroffene

Ein gut angepasster Kompressionsstrumpf liegt gleichmäßig an. Wenn er einschneidet, Schmerzen verursacht oder tiefe Druckrillen hinterlässt, sollten Sie das nicht einfach akzeptieren. Eine Kontrolle im Sanitätshaus kann oft helfen.

Das Wichtigste auf einen Blick

✅ Leichter Druck ist normal.

❌ Schmerzen sind nicht normal.

❌ Tiefe Einschnürungen sollten überprüft werden.

✅ Die Ursache lässt sich häufig beheben.

Warum schneidet ein Kompressionsstrumpf ein?

Die häufigsten Ursachen sind:

1. Veränderungen des Körperumfangs

Nach einer Entstauung, einer Gewichtsveränderung oder einer Zu- bzw. Abnahme der Schwellung kann die ursprüngliche Versorgung nicht mehr optimal passen.

2. Falsche Passform

Auch wenn die Kompressionsklasse korrekt ist, kann ein Strumpf an einzelnen Stellen zu eng sitzen oder nicht gleichmäßig anliegen.

3. Falten oder verdrehtes Material

Schon kleine Falten können Druckstellen verursachen.

Achten Sie beim Anziehen darauf, dass der Strumpf faltenfrei sitzt.

4. Materialverschleiß

Mit der Zeit verändert sich das Material. In manchen Fällen kann dadurch der Sitz beeinträchtigt werden.

5. Ungeeignete Versorgung

Je nach Erkrankung und Körperform kann eine andere Strickart oder eine Maßanfertigung besser geeignet sein.

Was können Sie tun?

✔ Sitz kontrollieren.

✔ Falten glätten.

✔ Handschuhe verwenden.

Sanitätshaus kontaktieren.

✔ Passform überprüfen lassen.

Was sollten Sie vermeiden?

❌ Den Strumpf herunterrollen.

❌ Das Bündchen umschlagen.

❌ Zusätzliche Gummibänder verwenden.

❌ Schmerzen ignorieren.

Wann sollten Sie ärztlichen Rat oder das Sanitätshaus aufsuchen?

  • Wenn der Strumpf regelmäßig einschneidet.
  • Wenn Schmerzen auftreten.
  • Wenn Druckstellen oder Hautveränderungen entstehen.
  • Wenn sich die Schwellung deutlich verändert hat.
  • Wenn die Versorgung nicht mehr angenehm zu tragen ist.

Tipps für den Alltag

✔ Ziehen Sie den Strumpf sorgfältig und faltenfrei an.

✔ Kontrollieren Sie den Sitz im Laufe des Tages.

✔ Pflegen Sie Ihre Haut regelmäßig.

✔ Lassen Sie die Versorgung bei Veränderungen erneut überprüfen.

Häufige Fragen

Sind Druckstellen normal?

Leichte Abdrücke können vorkommen. Schmerzhafte oder tiefe Einschnürungen sollten jedoch überprüft werden.

Kann ich das Bündchen umschlagen?

Nein. Dadurch verändert sich die Druckverteilung und es können zusätzliche Druckstellen entstehen.

Hilft eine höhere Kompressionsklasse?

Nicht unbedingt. Die passende Kompressionsklasse und Passform müssen individuell gewählt werden.

Muss ich neu vermessen werden?

Wenn sich Ihr Körperumfang verändert hat oder die Versorgung nicht mehr richtig sitzt, kann eine erneute Vermessung sinnvoll sein.

Erfahrungen aus dem LymphNetzwerk

Viele Mitglieder berichten, dass einschneidende Kompressionsstrümpfe häufig auf eine veränderte Passform oder auf Falten beim Anziehen zurückzuführen waren. Nach einer erneuten Vermessung oder einer Anpassung der Versorgung konnten die Beschwerden oft deutlich reduziert werden.

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