Stemmer-Zeichen beim Lymphödem – Was der Hautfaltentest wirklich aussagt

Stemmer-Zeichen beim Lymphödem – Bedeutung, Durchführung und Grenzen

Das Wichtigste in 30 Sekunden

  • 🤏 Beim Stemmer-Zeichen wird geprüft, ob sich eine Hautfalte an Zehe oder Finger abheben lässt.
  • ➕ Lässt sich die Hautfalte nicht oder kaum anheben, spricht man von einem positiven Stemmer-Zeichen.
  • 💧 Ein positives Zeichen kann stark für ein Lymphödem sprechen. Lymphnetzwerk
  • ➖ Ein negatives Stemmer-Zeichen schließt ein Lymphödem nicht aus. Das gilt besonders bei frühen oder proximal betonten Formen. Lymphnetzwerk
  • 🩺 Der Test ist nur ein Teil der körperlichen Untersuchung.
  • 📏 Zusätzlich zählen Verlauf, Schwellungsverteilung, Gewebe, Pitting, Haut und gegebenenfalls weitere Diagnostik.
  • ⚠️ Ein Selbsttest zu Hause kann eine ärztliche Diagnose nicht ersetzen.
  • 🚨 Eine plötzlich neue einseitige Schwellung sollte nicht durch einen Hautfaltentest „abgehakt“ werden.

Kurz erklärt

Eine häufige Untersuchung beim Verdacht auf Lymphödem ist erstaunlich einfach:

Die Ärztin, der Arzt oder die Therapeutin versucht, eine kleine Hautfalte an einer Zehe oder einem Finger anzuheben.

Wenn das kaum oder gar nicht gelingt, spricht man von einem:

positiven Stemmer-Zeichen

Wenn sich die Hautfalte anheben lässt, ist das Zeichen:

negativ

Klingt einfach.

Aber die Interpretation ist wichtiger als der Test selbst.

💚 Das Wichtigste für Betroffene

Ein positives Stemmer-Zeichen kann ein starker Hinweis auf Lymphödem sein. Ein negatives Zeichen bedeutet aber nicht automatisch, dass kein Lymphödem vorliegt.

Genau dieser zweite Satz wird im Alltag besonders häufig vergessen.

Was genau wird getestet?

Beim Stemmer-Zeichen wird geprüft, ob sich die Haut über einem Finger- oder Zehengrundgelenk als Falte vom darunterliegenden Gewebe abheben lässt.

Typisch ist die Untersuchung:

  • an Zehen bei Beinlymphödem
  • an Fingern bei Armlymphödem

Die klassische Beschreibung stammt aus der klinischen Lymphologie. Auch LymphNetzwerk beschreibt den Test als Teil der Basisdiagnostik. Lymphnetzwerk

Was bedeutet ein positives Stemmer-Zeichen?

Positiv bedeutet:

Die Haut ist so verdickt beziehungsweise verändert, dass sie sich:

  • kaum
  • oder gar nicht

anheben lässt.

Das kann bei einem distalen Lymphödem auftreten, wenn Haut und Unterhautgewebe durch die chronische Erkrankung verändert sind.

Was bedeutet ein negatives Stemmer-Zeichen?

Negativ bedeutet:

Eine Hautfalte lässt sich noch abheben.

Wichtig:

Negativ heißt nicht automatisch gesund.

Ein Lymphödem kann trotzdem vorliegen.

Das ist besonders möglich bei:

  • frühen Stadien
  • proximal betonten Formen
  • milderen Gewebeveränderungen. Lymphnetzwerk

Wie zuverlässig ist der Test?

Eine klinische Studie mit 110 Patientinnen und Patienten verglich das Stemmer-Zeichen mit der Lymphszintigraphie.

Dabei zeigte sich:

  • hohe Sensitivität von etwa 92 %
  • deutlich geringere Spezifität von etwa 57 %. PubMed

Vereinfacht bedeutet das:

Positiv

spricht relativ deutlich für ein Lymphödem.

Negativ

kann ein Lymphödem trotzdem übersehen.

Was bedeutet Sensitivität?

Sensitivität beschreibt:

Wie gut findet ein Test tatsächlich Erkrankte?

Eine Sensitivität von 92 % bedeutet in dieser Studie:

Von 100 Menschen mit Lymphödem hatten ungefähr 92 ein positives Stemmer-Zeichen.

Aber eben nicht alle.

Was bedeutet Spezifität?

Spezifität beschreibt:

Wie gut erkennt ein Test tatsächlich Nicht-Erkrankte?

Die Spezifität war in der Studie wesentlich geringer.

Es gab also auch falsch-positive Ergebnisse. PubMed

Was waren mögliche falsch-positive Fälle?

In der Studie traten falsch-positive Stemmer-Zeichen unter anderem bei Personen mit:

  • Adipositas
  • spinaler Muskelatrophie

auf. PubMed

Das zeigt:

Auch ein positives Ergebnis sollte im klinischen Gesamtbild betrachtet werden.

Warum kann das Stemmer-Zeichen positiv werden?

Bei chronischem Lymphödem kann sich das Gewebe verändern.

Dazu gehören:

  • Verdickung der Haut
  • Veränderungen der Unterhaut
  • Fibrose
  • chronische Gewebespannung

Dadurch wird die Haut weniger beweglich und lässt sich schlechter als Falte anheben.

Stemmer-Zeichen und Fibrose

Hier schließt der Artikel direkt an Artikel 100 an.

Je stärker das Gewebe chronisch umgebaut ist, desto wahrscheinlicher kann ein positives Stemmer-Zeichen sein.

Aber:

Ein frühes Lymphödem kann trotzdem schon vorhanden sein, obwohl die Haut noch gut beweglich ist.

Stemmer-Zeichen und Pitting

Auch zum Artikel 102 gibt es eine klare Verbindung.

Stemmer-Zeichen

prüft die Abhebbarkeit einer Hautfalte.

Pitting

prüft die Eindrückbarkeit des Gewebes.

Beides sind:

  • klinische Untersuchungszeichen
  • aber keine identischen Tests.

Ein Beispiel

Eine Patientin hat:

  • geschwollenen Fußrücken
  • weiches Unterschenkelödem
  • deutliches Pitting
  • Hautfalte an der Zehe noch gut anhebbar.

Dann kann das Stemmer-Zeichen negativ sein, obwohl ein Lymphödem vorhanden ist.

Das passt besonders zu frühen Stadien. PubMed

Noch ein Beispiel

Eine andere Patientin hat:

  • langjähriges Lymphödem
  • verdickte Zehen
  • tiefere Hautfalten
  • festes Gewebe
  • Hautfalte nicht mehr abhebbar.

Hier ist ein positives Stemmer-Zeichen plausibler.

Ist das Stemmer-Zeichen nur am Fuß möglich?

Nein.

Bei einem Armlymphödem kann das Zeichen entsprechend an den Fingern geprüft werden.

Die zugrunde liegende Idee bleibt gleich:

Kann die Hautfalte angehoben werden?

Warum ist die distale Untersuchung wichtig?

Lymphödeme betreffen häufig auch:

  • Fuß
  • Hand

besonders bei distaler Ausprägung.

Das unterscheidet sie oft von Erkrankungen wie dem klassischen Lipödem, bei dem Füße und Hände typischerweise ausgespart bleiben. Lymphnetzwerk

Kann Lipödem ein positives Stemmer-Zeichen haben?

Beim reinen klassischen Lipödem wäre ein positives Stemmer-Zeichen nicht typisch.

Wenn es positiv ist, sollte geprüft werden, ob zusätzlich:

  • ein Lymphödem
  • oder eine andere Ursache

vorliegt.

Lipödem und Lymphödem können gleichzeitig vorkommen.

Ein positives Stemmer-Zeichen beweist kein Lipödem

Auch dieser Satz ist wichtig.

Der Test gehört zur Beurteilung von Lymphödem, nicht zur Diagnose eines Lipödems.

Warum Fotos nicht reichen

Ein Foto kann zeigen:

  • Schwellung
  • Körperform
  • Hautfalten

aber nicht sicher:

  • ob sich eine Hautfalte abheben lässt
  • wie fest das Gewebe ist
  • ob Pitting besteht.

Deshalb bleibt die körperliche Untersuchung wichtig.

Kann ich den Test selbst machen?

Man kann versuchen, eine Hautfalte anzuheben.

Aber:

Selbsttests sind fehleranfällig.

Zum Beispiel durch:

  • falsche Stelle
  • unterschiedliche Greiftechnik
  • individuelle Hautdicke
  • zu viel oder zu wenig Kraft.

Ein Selbsttest kann deshalb keine Diagnose ersetzen.

Warum die Stelle entscheidend ist

Das klassische Stemmer-Zeichen wird an einer typischen distalen Stelle geprüft.

Wenn einfach irgendwo am Oberschenkel Haut angehoben wird, ist das nicht dasselbe.

Die Untersuchung sollte standardisiert und anatomisch passend durchgeführt werden.

Ein häufiger Fehler

„Ich kann die Haut an meinem Fuß anheben, also habe ich kein Lymphödem.“

Das ist falsch.

Ein negatives Zeichen schließt Lymphödem nicht aus. Lymphnetzwerk

Noch ein häufiger Fehler

„Ich kann die Haut nicht anheben, also ist die Diagnose zu 100 % sicher.“

Auch das ist zu absolut.

Die Studie zeigt, dass falsch-positive Ergebnisse vorkommen können. PubMed

Stemmer-Zeichen ist kein Stadium

Ein positives Zeichen bedeutet nicht automatisch:

Stadium III

und ein negatives nicht:

Stadium I

Es liefert lediglich eine bestimmte Information über Haut- und Gewebeveränderungen.

Die Stadieneinteilung beruht auf mehreren Kriterien.

Was gehört zusätzlich zur Untersuchung?

Zum Beispiel:

  • Krankengeschichte
  • Beginn der Schwellung
  • ein- oder beidseitiges Auftreten
  • Hand- oder Fußbeteiligung
  • Pitting
  • Haut
  • Fibrose
  • Umfang
  • Funktion
  • Beschwerden

Diese Kombination ist deutlich aussagekräftiger.

Warum Anamnese so wichtig ist

Eine Schwellung nach:

  • Lymphknotenoperation
  • Bestrahlung
  • Trauma

hat eine andere diagnostische Ausgangslage als eine Schwellung ohne bekannte Ursache.

Das Stemmer-Zeichen beantwortet diese Ursachenfrage nicht.

Primäres Lymphödem

Bei primärem Lymphödem kann die lymphatische Fehlentwicklung angeboren beziehungsweise genetisch bedingt sein.

Die Erkrankung kann sich:

  • früh
  • oder erst später

zeigen.

Ein negatives Stemmer-Zeichen schließt diese Form nicht aus.

Sekundäres Lymphödem

Bei sekundärem Lymphödem besteht eine erworbene Schädigung beziehungsweise Beeinträchtigung des Lymphsystems.

Zum Beispiel nach:

  • Operation
  • Bestrahlung
  • Verletzung
  • Tumorerkrankung.

Auch hier ist das Stemmer-Zeichen nur ein Untersuchungsbaustein.

Warum frühe Lymphödeme schwieriger zu erkennen sind

In frühen Stadien kann:

  • Schwellung gering
  • Gewebe weich
  • Haut noch beweglich

sein.

Genau deshalb können klinische Zeichen noch negativ oder unauffällig sein.

Die Studie zum Stemmer-Zeichen fand falsch-negative Ergebnisse häufiger bei Stadium-I-Lymphödemen. PubMed

Was passiert bei Verdacht trotz negativem Zeichen?

Wenn klinisch weiterhin ein deutlicher Verdacht besteht, kann weitere Diagnostik sinnvoll sein.

Je nach Situation beispielsweise:

  • Ultraschall zur Differenzialdiagnostik
  • Lymphszintigraphie
  • ICG-Lymphographie
  • MR-Lymphographie

Nicht jede Person benötigt automatisch alle Verfahren.

Lymphszintigraphie

Die Lymphszintigraphie kann die Funktion des lymphatischen Transports beurteilen.

In der genannten Studie wurde sie als Vergleichsuntersuchung verwendet, um die diagnostische Genauigkeit des Stemmer-Zeichens zu untersuchen. PubMed

Ist die Lymphszintigraphie immer nötig?

Nein.

Viele Lymphödeme können anhand von:

  • Anamnese
  • klinischem Erscheinungsbild
  • körperlicher Untersuchung

gut eingeordnet werden.

Zusatzdiagnostik ist besonders hilfreich, wenn der Befund unklar ist.

Was bedeutet „proximal betont“?

Proximal bedeutet:

näher am Körperstamm.

Zum Beispiel:

  • Oberschenkel stärker betroffen als Fuß
  • Oberarm stärker betroffen als Hand.

Bei solchen Formen kann das klassische distale Stemmer-Zeichen negativ bleiben. Das erwähnt auch LymphNetzwerk ausdrücklich. Lymphnetzwerk

Ein negatives Zeichen kann deshalb trügen

Wenn die Haut an der Zehe normal erscheint, heißt das nicht automatisch, dass weiter oben im Bein kein Lymphödem vorhanden sein kann.

Das ist einer der wichtigsten Gründe, den Test nicht isoliert zu verwenden.

Was ist mit Adipositas?

Starke Gewebevermehrung kann die Untersuchung erschweren.

In der klinischen Studie waren mehrere falsch-positive Stemmer-Zeichen mit Adipositas verbunden. PubMed

Das bedeutet nicht, dass Adipositas immer ein positives Zeichen verursacht.

Es zeigt nur:

Der Befund ist nicht vollkommen spezifisch.

Wie sieht ein positiver Befund aus?

Typischerweise lässt sich die Hautfalte:

  • kaum
  • gar nicht

zwischen den Fingern anheben.

Zusätzlich können auffallen:

  • verdickte Haut
  • tiefere Querfalten
  • kastenförmig wirkende Zehen

bei fortgeschrittener distaler Erkrankung. Lymphnetzwerk

Kastenzehen

Der Begriff beschreibt eine Veränderung, bei der Zehen durch Schwellung und Gewebeumbau eher:

  • breit
  • kantig
  • blockartig

wirken können.

Das ist kein Frühzeichen bei jeder Person, sondern eher Teil ausgeprägterer distaler Veränderungen.

Tiefere Hautfalten

Chronische Schwellung kann natürliche Hautfalten verstärken.

Auch das kann zusammen mit:

  • positivem Stemmer-Zeichen
  • Fußrückenschwellung
  • Gewebeveränderung

zur klinischen Beurteilung beitragen. Lymphnetzwerk

Was sagt das Stemmer-Zeichen über Therapieerfolg?

Nur begrenzt etwas.

Ein positives Zeichen kann auch nach erfolgreicher Volumenreduktion bestehen bleiben, wenn die Haut- und Gewebeveränderungen chronisch sind.

Deshalb ist es kein guter alleiniger Verlaufsparameter.

Therapieerfolg besser messen

Sinnvoller sind:

  • Umfang beziehungsweise Volumen
  • Gewebebeschaffenheit
  • Haut
  • Beweglichkeit
  • Kompressionspassform
  • Beschwerden
  • Lebensqualität. Lymphnetzwerk

Kann das Zeichen wieder negativ werden?

Das lässt sich nicht pauschal vorhersagen.

Wenn Haut und Gewebe sich verändern, kann sich auch das Untersuchungszeichen verändern.

Bei ausgeprägtem chronischem Gewebeumbau kann es jedoch bestehen bleiben.

Warum der Test trotzdem wertvoll ist

Weil er:

  • schnell
  • kostenfrei
  • ohne Gerät

durchgeführt werden kann.

Als Teil einer fachkundigen körperlichen Untersuchung liefert er nützliche Informationen.

Nur sollte man ihn nicht mit einem perfekten Labortest verwechseln.

Stemmer-Zeichen und Alltag

Für Betroffene selbst ist meist wichtiger:

Hat sich mein Arm oder Bein verändert?

Zum Beispiel:

  • mehr Schwellung
  • neue Fuß- oder Handbeteiligung
  • härteres Gewebe
  • schlechtere Kompressionspassform
  • neue Hautveränderungen.

Diese Beobachtungen sind für den Verlauf oft hilfreicher als tägliches Hautfalten-Testen.

Bitte nicht jeden Tag testen

Ständiges:

  • Ziehen an der Haut
  • Vergleichen
  • Kontrollieren

bringt meist keinen therapeutischen Vorteil.

Es kann stattdessen:

  • Unsicherheit
  • Überbeobachtung

fördern.

Kontrollieren Sie lieber den Gesamtverlauf.

Wann sollte ich erneut untersuchen lassen?

Wenn:

  • Schwellung neu auftritt
  • sie dauerhaft zunimmt
  • Hand oder Fuß neu betroffen sind
  • Gewebe deutlich fester wird
  • Kompression nicht mehr passt
  • neue Hautveränderungen auftreten.

Warnzeichen

Schnell medizinisch abklären:

🚨 plötzlich starke einseitige Schwellung

🚨 neue starke Schmerzen

🚨 Rötung und Überwärmung

🚨 Fieber oder Schüttelfrost

🚨 Brustschmerzen

🚨 Atemnot

Ein Stemmer-Test ist in solchen Situationen nicht die entscheidende Untersuchung.

Stemmer-Zeichen versus Pitting – Kurzvergleich

MerkmalStemmer-ZeichenPitting
Was wird geprüft?Hautfalte anhebenGewebe eindrücken
Positiver BefundHaut kaum/nicht abhebbarDelle bleibt vorübergehend
Typisch beichronisch veränderter distaler Lymphödemhauteher weicherem Ödem
Frühes Lymphödem sicher erkennbar?neinebenfalls nicht immer
Allein diagnostisch ausreichend?neinnein
Verlaufsmessung geeignet?nur begrenztnur begrenzt


Checkliste: Was spricht eher für Lymphödem?

  • Hand oder Fuß betroffen?
  • zunehmende Umfangsdifferenz?
  • Pitting vorhanden?
  • Stemmer-Zeichen positiv?
  • Haut verändert?
  • Gewebe fester?
  • Operation oder Bestrahlung vorausgegangen?
  • Schwellung durch Hochlagern nur teilweise rückläufig?
  • Verlauf über Wochen oder Monate?

Checkliste für den Arzttermin

  • Seit wann besteht die Schwellung?
  • Welche Seite ist betroffen?
  • Hand/Fuß beteiligt?
  • Frühere Operationen?
  • Bestrahlung?
  • Infektionen?
  • Kompressionsversorgung vorhanden?
  • Verlauf dokumentiert?
  • Stemmer-Zeichen bereits beurteilt?
  • weitere Diagnostik notwendig?

Häufige Fragen

Was bedeutet ein positives Stemmer-Zeichen?

Die Hautfalte an Zehe oder Finger lässt sich kaum oder gar nicht anheben. Das kann stark für ein Lymphödem sprechen. Lymphnetzwerk

Bedeutet ein negatives Stemmer-Zeichen, dass ich kein Lymphödem habe?

Nein. Besonders frühe oder proximal betonte Lymphödeme können trotz negativem Zeichen bestehen. Lymphnetzwerk

Wie zuverlässig ist der Test?

In einer Studie lag die Sensitivität bei etwa 92 %, die Spezifität jedoch nur bei etwa 57 %. Der Test ist also hilfreich, aber nicht perfekt. PubMed

Ist das Stemmer-Zeichen dasselbe wie Pitting?

Nein. Beim Stemmer-Zeichen wird eine Hautfalte angehoben; beim Pitting wird das Gewebe eingedrückt.

Kann Lipödem ein positives Stemmer-Zeichen verursachen?

Beim reinen klassischen Lipödem ist das nicht typisch. Ein positives Zeichen sollte Anlass sein, nach einem zusätzlichen Lymphödem oder anderen Ursachen zu suchen.

Muss ich den Test täglich selbst durchführen?

Nein. Für den Verlauf sind standardisierte Messungen und die klinische Gesamtbeurteilung sinnvoller.

Kann das Zeichen bei Stadium I negativ sein?

Ja. Genau frühe Stadien waren in der genannten Studie häufiger mit falsch-negativen Ergebnissen verbunden. PubMed

Muss ich bei negativem Zeichen eine Lymphszintigraphie bekommen?

Nicht automatisch. Ob weitere Diagnostik notwendig ist, hängt vom gesamten klinischen Verdacht ab.

Ist ein positives Stemmer-Zeichen gefährlich?

Es ist kein Notfallzeichen an sich. Es weist auf mögliche chronische Gewebeveränderungen hin. Akute Warnzeichen wie Rötung, Fieber oder Atemnot sind davon zu unterscheiden.

Erfahrungen aus dem LymphNetzwerk

Eine der häufigsten Aussagen lautet:

„Der Hautfaltentest war negativ, also habe ich definitiv kein Lymphödem.“

Genau das ist medizinisch zu kurz gedacht.

Die bessere Aussage lautet:

„Das Stemmer-Zeichen ist ein Hinweis – kein Alleinentscheid.“

Ein positives Zeichen kann sehr hilfreich sein.

Ein negatives Zeichen darf aber einen guten klinischen Verdacht nicht einfach beenden.

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