Trinken bei Lymphödem oder Lipödem – Wie viel ist sinnvoll?

Marcus Koller

Das Wichtigste in 30 Sekunden

  • 💧 Ausreichend trinken unterstützt viele wichtige Körperfunktionen.
  • 🚰 Weniger trinken hilft nicht, Schwellungen zu reduzieren.
  • 🥤 Wasser und ungesüßte Getränke sind eine gute Wahl.
  • 🌡️ An heißen Tagen oder bei körperlicher Aktivität steigt der Flüssigkeitsbedarf häufig.
  • 👩‍⚕️ Bei bestimmten Erkrankungen (z. B. Herz- oder Nierenerkrankungen) gelten individuelle ärztliche Empfehlungen.

Kurz erklärt

Immer wieder hört man den Rat, bei Schwellungen möglichst wenig zu trinken. Für Menschen mit Lymphödem oder Lipödem ist das jedoch keine allgemeine Empfehlung. Im Gegenteil: Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist wichtig, damit der Körper seine normalen Funktionen aufrechterhalten kann.

Wie viel Flüssigkeit sinnvoll ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab – zum Beispiel vom Wetter, der körperlichen Aktivität und möglichen Begleiterkrankungen.

💚 Das Wichtigste für Betroffene

Aus Angst vor Schwellungen weniger zu trinken, ist meist keine gute Strategie. Sprechen Sie mit Ihrem Behandlungsteam, wenn Sie unsicher sind, wie viel Flüssigkeit für Sie sinnvoll ist.

Warum Trinken wichtig ist

Flüssigkeit unterstützt unter anderem:

  • ❤️ den Kreislauf
  • 🧠 die Konzentration
  • 🌡️ die Temperaturregulation
  • 🩺 zahlreiche Stoffwechselprozesse
  • 💪 die körperliche Leistungsfähigkeit

Welche Getränke eignen sich?

Empfehlenswert sind vor allem:

  • 💧 Wasser
  • 🫖 Ungesüßter Tee
  • 🫧 Mineralwasser
  • 🍋 Wasser mit frischen Früchten oder Kräutern

Nur gelegentlich:

  • 🧃 Zuckerhaltige Getränke
  • 🥤 Softdrinks
  • 🍹 Stark gesüßte Säfte

Alkohol sollte nur in Maßen konsumiert werden.

Wie viel trinken?

Es gibt keine Trinkmenge, die für alle Menschen gleichermaßen gilt.

Der Bedarf hängt unter anderem ab von:

  • Alter
  • Körpergewicht
  • Bewegung
  • Außentemperatur
  • Erkrankungen
  • Medikamenten

Orientieren Sie sich an den Empfehlungen Ihrer Ärztin, Ihres Arztes oder den allgemeinen Ernährungsempfehlungen, sofern keine medizinischen Gründe dagegen sprechen.

Praktische Tipps für den Alltag

✔ Trinkflasche griffbereit haben

✔ Getränke über den Tag verteilen

✔ Erinnerungen im Smartphone nutzen

✔ Bei Hitze früher mit dem Trinken beginnen

✔ Getränke zu jeder Mahlzeit einplanen

Irrtum: Weniger trinken hilft gegen Schwellungen

Dieser Mythos hält sich hartnäckig.

Für die meisten Menschen gilt:

Eine absichtlich zu geringe Flüssigkeitsaufnahme ist keine geeignete Maßnahme, um Lymphödeme oder Lipödeme zu behandeln.

Wann sollten Sie ärztlichen Rat suchen?

Sprechen Sie mit Ihrem Behandlungsteam, wenn:

  • Sie aufgrund einer Herz- oder Nierenerkrankung eine Trinkmengenbegrenzung haben.
  • Ihnen das Trinken schwerfällt.
  • starke Schwellungen neu auftreten.
  • Sie sich unsicher fühlen.

Checkliste

☐ Wasserflasche dabeihaben

☐ Regelmäßig trinken

☐ Getränke über den Tag verteilen

☐ Zuckerhaltige Getränke reduzieren

☐ Auf Durst und Wohlbefinden achten

☐ Bei Hitze mehr Aufmerksamkeit auf die Flüssigkeitszufuhr legen

☐ Ärztliche Empfehlungen beachten

Häufige Fragen

Muss ich weniger trinken, wenn meine Beine geschwollen sind?

In der Regel nein. Weniger zu trinken ist keine allgemeine Empfehlung bei Lymphödem oder Lipödem. Individuelle medizinische Vorgaben sollten jedoch immer beachtet werden.

Sind Kaffee und Tee erlaubt?

Ja. Kaffee und Tee können – je nach individueller Verträglichkeit – Teil einer ausgewogenen Flüssigkeitszufuhr sein.

Was trinke ich bei großer Hitze?

Viele Menschen bevorzugen Wasser, Mineralwasser oder ungesüßten Tee. Trinken Sie regelmäßig über den Tag verteilt.

Helfen entwässernde Getränke?

Es gibt keine allgemeine Empfehlung, bestimmte Getränke gezielt zur Behandlung eines Lymphödems oder Lipödems einzusetzen.

Erfahrungen aus dem LymphNetzwerk

Viele Mitglieder berichten, dass eine gut erreichbare Trinkflasche und feste Trinkgewohnheiten ihnen helfen, im Alltag ausreichend Flüssigkeit aufzunehmen. Besonders im Sommer oder bei längeren Ausflügen wird häufig empfohlen, Getränke frühzeitig einzuplanen. Gleichzeitig zeigen die Erfahrungen, dass der individuelle Flüssigkeitsbedarf sehr unterschiedlich sein kann.

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