Das Lipödem ist eine chronische Erkrankung des Fettgewebes. Typisch sind eine symmetrische Vermehrung des Unterhautfettgewebes an Beinen und/oder Armen sowie Schmerzen, Druckempfindlichkeit und eine erhöhte Neigung zu blauen Flecken. Das Lipödem betrifft nahezu ausschließlich Frauen und tritt häufig in hormonellen Umstellungsphasen wie Pubertät, Schwangerschaft oder Wechseljahren auf.
Wichtig zu wissen: Ein Lipödem ist keine Folge von Übergewicht oder Bewegungsmangel. Viele Betroffene erleben dennoch Vorurteile und Fehleinschätzungen. Eine frühzeitige Diagnose und eine individuell abgestimmte Behandlung können helfen, Beschwerden zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern.
Beim Lipödem vermehren sich Fettzellen in bestimmten Körperregionen. Gleichzeitig verändern sich kleine Blutgefäße, wodurch Flüssigkeit leichter ins Gewebe austreten kann. Viele Betroffene berichten über Spannungsgefühle, Schmerzen und eine zunehmende Einschränkung im Alltag.
Das Erscheinungsbild unterscheidet sich von Mensch zu Mensch. Nicht jede Frau mit kräftigen Beinen hat ein Lipödem – und nicht jedes Lipödem verläuft gleich.
Am häufigsten betroffen sind:
Bei einigen Betroffenen sind zusätzlich die Oberarme betroffen.
Typisch ist, dass Hände und Füße ausgespart bleiben. Dadurch entsteht häufig ein deutlicher Übergang im Bereich der Hand- oder Fußgelenke.
Ein Lipödem macht sich nicht nur durch eine Umfangszunahme bemerkbar.
Häufige Beschwerden sind:
Nicht jede Betroffene hat alle Symptome.
Die genauen Ursachen sind bislang nicht vollständig geklärt.
Fachleute gehen davon aus, dass mehrere Faktoren zusammenwirken:
Ein Lipödem entsteht nicht, weil jemand zu viel gegessen oder sich zu wenig bewegt hat.
Früher wurde das Lipödem häufig in drei Stadien eingeteilt. Heute wird zunehmend darauf hingewiesen, dass diese Einteilung allein den individuellen Beschwerden nicht immer gerecht wird.
Unabhängig vom Stadium können Schmerzen und Einschränkungen sehr unterschiedlich ausgeprägt sein. Deshalb richtet sich die Behandlung vor allem nach den Beschwerden und den Auswirkungen auf den Alltag.
Die Diagnose basiert auf:
Bildgebende Verfahren können in Einzelfällen sinnvoll sein, ersetzen aber nicht die klinische Untersuchung.
Die Behandlung richtet sich nach den individuellen Beschwerden.
Mögliche Bestandteile sind:
Welche Maßnahmen geeignet sind, sollte gemeinsam mit dem Behandlungsteam entschieden werden.
Viele Frauen berichten, dass ihnen folgende Maßnahmen helfen:
Derzeit gilt das Lipödem als chronische Erkrankung. Ziel der Behandlung ist es, Beschwerden zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern.
Nein. Eine Gewichtsabnahme kann die allgemeine Gesundheit fördern und Begleiterkrankungen reduzieren. Das krankhaft veränderte Fettgewebe des Lipödems verschwindet dadurch jedoch in der Regel nicht.
Nein. Es gibt viele Ursachen für kräftige Beine oder Schwellungen. Deshalb ist eine ärztliche Abklärung wichtig.
Ja. Bei manchen Betroffenen kann im Verlauf zusätzlich ein Lymphödem auftreten. Fachleute sprechen dann häufig von einem Lipo-Lymphödem.
Viele Betroffene berichten, dass der Weg bis zur Diagnose lang war. Häufig wurden Beschwerden zunächst als Übergewicht oder Bewegungsmangel fehlgedeutet. Der Austausch mit anderen Betroffenen kann helfen, die Erkrankung besser zu verstehen und den Alltag selbstbewusst zu gestalten.
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