Ein Lymphödem ist eine chronische Erkrankung des Lymphsystems. Dabei kann die Lymphflüssigkeit nicht mehr ausreichend abtransportiert werden und sammelt sich im Gewebe an. Die Folge sind Schwellungen, die meist an Armen oder Beinen auftreten, aber grundsätzlich jede Körperregion betreffen können.
Ein Lymphödem entwickelt sich häufig langsam und bleibt anfangs unbemerkt. Je früher die Erkrankung erkannt und behandelt wird, desto besser lässt sich ihr Fortschreiten verlangsamen und die Lebensqualität erhalten.
Das Lymphsystem ist neben dem Blutkreislauf ein wichtiges Transportsystem des Körpers. Es besteht aus Lymphgefäßen, Lymphknoten und lymphatischen Organen.
Seine Aufgaben sind unter anderem:
Funktioniert dieses System nicht mehr ausreichend, bleibt Flüssigkeit im Gewebe zurück – ein Lymphödem entsteht.
Normalerweise transportieren die Lymphgefäße täglich mehrere Liter Gewebsflüssigkeit zurück in den Blutkreislauf. Ist dieser Transport gestört oder überlastet, sammelt sich Flüssigkeit im Gewebe an.
Die Ursachen können angeboren oder erworben sein.
Beim primären Lymphödem ist das Lymphsystem von Geburt an nicht vollständig entwickelt. Die Beschwerden können bereits im Kindesalter auftreten, entwickeln sich aber häufig erst in der Pubertät oder im Erwachsenenalter.
Ein sekundäres Lymphödem entsteht durch eine Schädigung eines zuvor gesunden Lymphsystems. Häufige Ursachen sind:
Die Beschwerden entwickeln sich oft schleichend.
Mögliche Anzeichen sind:
Im frühen Stadium kann die Schwellung über Nacht noch zurückgehen. Später bleibt sie meist dauerhaft bestehen.
Das Lymphsystem ist bereits geschädigt, aber äußerlich sind noch keine Schwellungen sichtbar.
Weiche Schwellung. Durch Hochlagern kann sie sich teilweise zurückbilden.
Das Gewebe wird fester. Die Schwellung bildet sich nicht mehr vollständig zurück.
Ausgeprägte Schwellungen mit deutlichen Gewebe- und Hautveränderungen. Dieses Stadium wird auch als Elephantiasis bezeichnet.
Die Diagnose beginnt mit einer ausführlichen Anamnese und körperlichen Untersuchung.
Je nach Situation können weitere Untersuchungen sinnvoll sein, beispielsweise:
Welche Untersuchung notwendig ist, entscheidet die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt.
Die wichtigste Behandlung ist die Komplexe Physikalische Entstauungstherapie (KPE).
Sie umfasst:
Je nach Ursache können weitere Maßnahmen notwendig sein. Welche Therapie geeignet ist, sollte individuell mit dem Behandlungsteam besprochen werden.
Sie können den Behandlungserfolg unterstützen, indem Sie:
Unbehandelt kann ein Lymphödem fortschreiten.
Mögliche Folgen sind:
Eine vollständige Heilung ist derzeit meist nicht möglich. Mit einer konsequenten Behandlung lassen sich Beschwerden häufig gut kontrollieren und das Fortschreiten verlangsamen.
Ein Lymphödem selbst ist in der Regel nicht lebensbedrohlich. Unbehandelt kann es jedoch zu Komplikationen wie wiederkehrenden Infektionen oder einer zunehmenden Einschränkung der Beweglichkeit kommen.
Ja. Bewegung ist ein wichtiger Bestandteil der Behandlung. Welche Sportarten geeignet sind, sollte individuell besprochen werden.
Je nach Situation kommen Hausärztinnen und Hausärzte, Fachärzte für Gefäßmedizin, Dermatologie, Physikalische und Rehabilitative Medizin sowie weitere spezialisierte Fachrichtungen infrage.
Viele Betroffene berichten, dass die Diagnose zunächst verunsichernd war. Gleichzeitig zeigt die Erfahrung aus der Community, dass eine gute Aufklärung, konsequente Therapie und der Austausch mit anderen Betroffenen helfen können, den Alltag besser zu bewältigen. Ein Lymphödem verändert das Leben – es bedeutet aber nicht, dass ein aktives und erfülltes Leben nicht mehr möglich ist.
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