Wunden · Venen & Versorgung

Ulcus cruris & seine Therapie

Das „offene Bein“ kann unterschiedliche Ursachen haben. Hier erfahren Sie, wie ein venöses Ulcus cruris entsteht und welche Bausteine zur Behandlung gehören.

Ursachen verstehenBehandlung einordnenVersorgung kennenlernen

Eine schlecht heilende Wunde am Unterschenkel sollte ärztlich untersucht werden. Bei einem venösen Ulcus cruris spielt die chronische Venenschwäche eine wichtige Rolle; die genaue Ursache bestimmt die passende Versorgung.

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Mit 57 - 80% aller chronischen venösen Ulcerationen ist das Ulcus cruris venosum die häufigste Ursache nicht spontan heilender Wunden. Es entsteht als Folge einer chronischen venösen Insuffienz durch länger anhaltenden, venösen Bluthochdruck und ist das schwerste Stadium eines chronischen Venenleidens. Hiervon sind 0,7% der erwachsenen Bevölkerung betroffen.

Bauerfeind Ulcus Strumpf

Was steckt hinter einem venösen Ulcus cruris?

Wenn der Rücktransport des Bluts in den Beinvenen gestört ist, kann ein dauerhaft erhöhter Venendruck das Gewebe belasten. Eine fachliche Diagnostik klärt, ob die Wunde venös bedingt ist und welche Behandlung infrage kommt.

01 · Verstehen

Venenschwäche

Eine chronische venöse Insuffizienz kann zur Entstehung eines Unterschenkelgeschwürs beitragen.

02 · Erkennen

Hautveränderungen

Schwellung, Verfärbung und eine offene Wunde sind Anlass für eine medizinische Abklärung.

03 · Behandeln

Individueller Plan

Wundversorgung und Behandlung der Ursache werden gemeinsam geplant.

Bei einem venösen Ulcus cruris gehört Kompression nach Prüfung möglicher Gegenanzeigen zur Standardtherapie. Art und Stärke der Versorgung legt das Behandlungsteam fest.
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Definition des Krankheitsbildes

Unter einem Ulcus cruris venosum versteht man einen Substanzdefekt oder gar Gewebeverlust der Haut, der meist am Unterschenkel im Bereich der Innenknöchel auftritt. Die Ursache des Ulcus cruris venosum ist eine längerfristig bestehende Drucküberlastung des Venensystems im Bereich der unteren Extremitäten. Dies wird durch eine Schwäche des tiefen wie auch des oberflächlichen Venensystems hervorgerufen.

Etwa 60 - 80% aller Ulcera sind venösen Ursprungs, ca. 20% sind rein arterieller Genese. Rund 10% aller Ulcera cruris werden durch eine gemischte arteriell-venöse Durchblutungsstörung verursacht.

Entstehung einer venösen Insuffizienz

Die Venen allein sind nicht in der Lage, das Blut selbstständig gegen die Schwerkraft aus den Beinen zum Herzen zurück zu pumpen. Dies übernimmt die so genannte Wadenmuskelpumpe.

Bei jeder Anspannung der Muskulatur werden dabei die Venen des Unterschenkels ausgepresst und das in ihnen enthaltene Blut in Richtung Herz gepumpt. Die Venenklappen dieser Gefäße, welche ähnlich wie Rückhalteventile arbeiten, verhindern beim venengesunden Menschen den Blutrückfluss auf Grund der Schwerkraft. Bei einer venösen Insuffizienz (Venenschwäche) jedoch schließen die Venenklappen nicht oder unvollständig. Dadurch "versackt" das Blut bei Entspannung der Wadenmuskulatur in Füßen und Unterschenkel und führt dort zu einem venösen Stauungssyndrom.

Ursachen für die venöse Insuffizienz (Venenschwäche) können sein

  • Vererbung
  • Alterungsprozess
  • Schwangerschaft
  • Berufliche Belastung durch stehende oder sitzende Tätigkeiten

Symptome für Ulcus cruris

  • geschwollenes Fußgelenk und Bein
  • Dermatitis
  • Hautverfärbungen am und über dem Fußgelenk
  • Offene, nässende Wunde

Gewebsuntergang infolge Zirkulationsstörung

Schließen die Venenklappen nicht mehr richtig, so kommt es zunächst zu einer Erhöhung des Drucks im Venensystem der Beine. Darüber hinaus ist das Venensystem nicht in der Lage, durch Aktivierung der Wadenmuskulatur (z. B. beim Gehen) eine Druckreduktion durch "Abpumpen" von Blut zu bewirken. Dieser Zustand wird als ambulatorische venöse Hypertonie bezeichnet. In deren Folge kommt es zu einer Störung der Ernährungssituation des umliegenden Gewebes, was zu einer chronischen Entzündung mit möglichem Gewebsuntergang führen kann. Das Ulcus cruris (offenes Bein) bildet letztlich die Endstufe dieses Prozesses.

Damit es gar nicht erst zum Ulcus kommt ...

Durch eine rechtzeitige Kompressionsbehandlung bereits zu Beginn einer venösen Erkrankung kann die Entwicklung eines Ulcus cruris venosum verhindert werden.

Ulcus cruris venosum – Ein Thema, das behandelt werden muss. Als eine der wichtigsten, nicht invasiven Maßnahmen zur Behandlung des Ulcus cruris venosum hat sich die medizinische Kompressionstherapie etabliert. Diese verringert das venöse Stauungssyndrom und damit die Hauptursache der Erkrankung.

Die Kompressionstherapie ist eine Behandlungsform, deren Erfolg zweifelsfrei klinisch nachgewiesen ist. Sie ist in der Lage, den venösen Rückstrom zu beschleunigen und die Druckbelastung des Venensystems zu reduzieren oder sogar ganz zu beseitigen.

Die älteste Behandlungsform des Ulcus cruris venosum ist der Kompressionsverband mit Kurzzugbinden, welche jedoch mit gewissen Nachteilen verbunden ist.

So schreibt Prof. M. Jünger in einem Gutachten: "Nach den Erfahrungen aus der ärztlichen Praxis lockert sich der Verband nach wenigen Stunden und verrutscht. Der Verband hat dann keine komprimierende Wirkung mehr. Der Anpressdruck reduziert sich über einen Zeitraum von 8 Stunden signifikant." Heute werden deshalb immer öfter moderne Kompressionsstrumpfsysteme erfolgreich in der medizinischen Praxis angewendet.


Bauerfeind, Medi, Lohmann - Rauscher, Jobst

Hersteller Empfehlungen

Herstellerbeispiel

Bauerfeind VenoTrain® ulcertec

Kompressionsstrumpfsystem für die Versorgung eines venösen Ulcus cruris. Welche Versorgung geeignet ist, entscheidet das Behandlungsteam nach Untersuchung.

Produktbeschreibung und Herstellerlink anzeigen

Bauerfeind VenoTrain® ulcertec

Spezieller Kompressionsstrumpf zur Behandlung des Ulcus cruris venosum (offenes Bein). Hautfreundlich, hygienisch und leicht anzulegen, fördert VenoTrain ulcertec das Abheilen des offenen Beins.

Mit einem Ober- und einem Unterstrumpf ersetzt er den herkömmlichen Kompressionsverband. Der Unterstrumpf leistet eine leichte Dauerkompression und hält Wundauflagen auch während des Schlafens in Position. Der Oberstrumpf unterstützt das Venensystem mit den klassischen Eigenschaften eines Kompressionsstrumpfs und fördert die Durchblutung.

  • kann bei offenen Wunden über der Wundauflage getragen werden
  • kein Rutschen wie bei herkömmlichen Verbänden
  • fördert die Wundheilung - Tag und Nacht.

Bauerfeind VenoTrain-ulcertec


Herstellerbeispiel

JOBST UlcerCARE

Zweiteiliges Kompressionsstrumpfsystem mit Unterziehstrumpf und äußerem Strumpf. Welche Versorgung geeignet ist, entscheidet das Behandlungsteam nach Untersuchung.

Produktbeschreibung und Herstellerlink anzeigen

JOBST UlcerCARE

JOBST UlcerCARE ermöglicht die effektive Behandlung eines Ulcus cruris venosum bei einfacher Anwendung – die perfekte Kombination für mehr Lebensqualität.

JOBST UlcerCARE wurde entwickelt, um Ihnen ein hohes Maß an Eigenständigkeit zu ermöglichen: Es vereinfacht den Verbandwechsel und ist einfach anzuziehen, was dazu beiträgt, die Behandlung konsequent durchzuhalten. JOBST UlcerCARE können Sie auch mit normalen Schuhen und Kleidung kombinieren und so einen normalen Lebensstil pflegen.

Wie arbeitet das 2-in-1-Kompressions-System?

Der JOBST UlcerCARE Liner erleichtert das Anziehen des äußeren Kompressionsstrumpfes und hält den Verband oder die Wundauflage an Ort und Stelle. Während der Bettruhe hält er leichte Kompression vor, um kleineren Ödemen vorzubeugen. Zusammen getragen, erbringen Unterziehstrumpf (Liner) und äußerer Strumpf die optimale Kompressionsklasse 3 bei hoher Steifigkeit des Gestricks.

Jobst Ulcus Behandlung


Herstellerbeispiel

Lohmann & Rauscher Actico® UlcerSys

Zweilagiges medizinisches Kompressionsstrumpfsystem für die Versorgung und Nachsorge. Welche Versorgung geeignet ist, entscheidet das Behandlungsteam nach Untersuchung.

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Lohmann-Rauscher Actico® UlcerSys.

Medizinisches Kompressionsstrumpfsystem

Entdecken Sie, wie einfach die Versorgung schwerer Venenleiden sein kann: mit Actico UlcerSys, einem zweilagigen, medizinischen Kompressionsstrumpfsystem, das insbesondere zur Therapie und Rezidivprophylaxe des Ulcus cruris venosum eingesetzt wird. Während in der anfänglichen Entstauungsphase Kurzzugbinden zum Einsatz kommen, ist Actico UlcerSys in der Entstauungsphase nach Ödemreduktion und in der Erhaltungsphase über der versorgten Wunde anzuwenden.

So komfortabel: Der Unterstrumpf.

  • flaches Bündchen für zuverlässigen Halt
  • spezielle Strickkonstruktion (Inlay-yarn) sorgt für dauerhaft guten Sitz
  • flache Zehennaht für hohen Tragekomfort
  • verstärkte Fersenkonstruktion

Actico® UlcerSys


Herstellerbeispiel

medi mediven® ulcer kit

Zweiteiliges Strumpfsystem für die Kompressionsversorgung bei einem venösen Ulcus cruris. Welche Versorgung geeignet ist, entscheidet das Behandlungsteam nach Untersuchung.

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Medi mediven® ulcer kit.

Kompressionsstrümpfe mit 40 mmHg zur Behandlung offener Beine

  • Therapheutische Wirkung auch in der Nacht
  • Verhindert Geruchsbildung dank antibakterieller Wirkung
  • Weicher Abschlussrand sorgt für maximalen Komfort

Innovatives Strumpfsystem zur Therapie von offenen Beinen. Die Versorgung des Ulcus cruris venosum (das offene Bein) erfordert ein ausgeklügeltes Therapiekonzept. Mit dem mediven ulcer kit kann Ihr offenes Bein effizient behandelt werden. Das mediven ulcer kit besteht aus zwei Strumpf-Verbänden, die übereinander getragen werden: mediven ulcer und mediven ulcer plus. Die Verarbeitung von elementarem Silber wirkt antibakteriell und verhindert somit eine Einnistung von Bakterien im Gestrickt für optimale Hygiene.

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