Nach der Diagnose Lipödem stellen sich viele Frauen früher oder später die gleiche Frage: Was darf ich eigentlich noch essen?
Im Internet findet man unzählige Empfehlungen – von strengen Diäten über komplett vegane Ernährung bis hin zu radikalen Verzichtslisten. Diese Flut an Informationen sorgt jedoch oft eher für Verunsicherung als für Klarheit.
Dabei braucht der Körper bei Lipödem vor allem eines: eine nährstoffreiche, entzündungsarme und ausgewogene Ernährung, die ihn langfristig unterstützt.
Dieser Artikel bietet dir eine verständliche Orientierung: Du erfährst, welche Lebensmittel deinem Körper guttun können, welche eher ungünstig sind und warum die Ernährung bei Lipödem eine wichtige Rolle spielt.
Beim Lipödem handelt es sich um eine chronische Fettverteilungsstörung, die häufig mit Schmerzen, Druckempfindlichkeit, einer Neigung zu Blutergüssen und Wassereinlagerungen einhergeht. Zusätzlich können im Gewebe chronische Entzündungsprozesse auftreten.
Eine angepasste Ernährung kann das Lipödem zwar nicht heilen, sie kann jedoch Einfluss auf folgende Faktoren nehmen:
- Entzündungsprozesse im Körper, - den Stoffwechsel, - die Gefäßgesundheit, - den Energiehaushalt, - die Regeneration des Gewebes.
Eine ausgewogene Ernährung kann außerdem helfen, Blutzuckerschwankungen zu reduzieren, Entzündungen zu regulieren und das Lymphsystem zu unterstützen.
Gerade im Alltag oder nach operativen Eingriffen wie einer Liposuktion ist eine gute Nährstoffversorgung wichtig.
Die Good Guys: Lebensmittel, die deinen Körper unterstützen können
Bestimmte Lebensmittel liefern wichtige Nährstoffe, die entzündungshemmend wirken und den Körper bei Regeneration und Stoffwechselprozessen unterstützen können.
Grünes Blattgemüse
Grünes Gemüse enthält viele sekundäre Pflanzenstoffe, Mineralstoffe und Vitamine, die entzündungshemmend wirken können.
Besonders empfehlenswert sind zum Beispiel:
Spinat
Rucola
Feldsalat
Mangold
Grünkohl
Brokkoli
Pak Choi
Diese Lebensmittel liefern unter anderem Magnesium, Vitamin C und Antioxidantien, die das Immunsystem und die Gefäßgesundheit unterstützen können.
Beeren
Beeren sind besonders reich an Antioxidantien und enthalten im Vergleich zu vielen anderen Obstsorten relativ wenig Zucker.
Gute Beispiele sind:
Blaubeeren
Himbeeren
Erdbeeren
Brombeeren
Johannisbeeren
Diese enthalten sogenannte Anthocyane, die freie Radikale neutralisieren können und damit möglicherweise Entzündungsprozesse im Körper reduzieren.
Hochwertige Eiweißquellen
Eiweiß ist für viele wichtige Prozesse im Körper notwendig, zum Beispiel für:
Geweberegeneration
Muskelaufbau und – erhalt
Wundheilung
Immunsystem
Hormonproduktion
Gute Eiweißquellen können zum Beispiel sein:
Tierische Quellen:
Eier
Naturjoghurt
Skyr
Quark
Fisch wie Lachs, Makrele oder Forelle
Pflanzliche Quellen:
Linsen
Kichererbsen
Bohnen
Tofu
Tempeh
Edamame
Auch Nüsse und Samen liefern kleinere Mengen hochwertiges Eiweiß.
Fettreicher Fisch und Omega-3-Fettsäuren
Fettreiche Fischsorten enthalten besonders viele Omega-3-Fettsäuren, die entzündungshemmend wirken können.
Gute Beispiele sind:
Lachs
Makrele
Hering
Sardinen
Forelle
Omega-3-Fettsäuren können helfen:
Entzündungsmarker zu reduzieren
Gefäße zu unterstützen
Regenerationsprozesse zu fördern
Hochwertige Fette
Gesunde Fette sind wichtig für Zellmembranen, hormonelle Prozesse und den Stoffwechsel.
Empfehlenswerte Fettquellen sind zum Beispiel:
Olivenöl
Avocado
Walnüsse
Mandeln
Haselnüsse
Leinsamen
Chiasamen
Diese enthalten überwiegend ungesättigte Fettsäuren, die entzündungsregulierend wirken können.
Ballaststoffreiche Lebensmittel
Ballaststoffe unterstützen die Darmgesundheit und können helfen, den Blutzucker stabil zu halten.
Gute ballaststoffreiche Lebensmittel sind beispielsweise:
Linsen
Kichererbsen
Bohnen
Haferflocken
Vollkornreis
Quinoa
Leinsamen
Gemüse wie Karotten, Zucchini oder Paprika
Ein stabiler Blutzucker kann helfen, starke Insulinspitzen zu vermeiden und den Stoffwechsel zu entlasten.
Ausreichend Wasser
Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist wichtig für viele Prozesse im Körper.
Geeignete Getränke sind zum Beispiel:
Wasser
Mineralwasser
ungesüßte Kräutertees
ungesüßter grüner Tee/Kaffee
Viele Frauen profitieren davon, täglich etwa 2,5 bis 3 Liter Flüssigkeit zu trinken.
Die Bad Guys: Lebensmittel, die Entzündungen fördern können
Auch hier gilt: Es geht nicht um strikte Verbote, sondern um Bewusstsein und Maßhalten.
Gelegentliche Ausnahmen gehören zu einem normalen Alltag dazu. Problematisch wird es in der Regel erst bei regelmäßigem Konsum größerer Mengen.
Stark verarbeitete Lebensmittel
Viele Fertigprodukte enthalten ungünstige Fettarten, Zucker und Zusatzstoffe.
Beispiele sind:
Fertiggerichte
Tiefkühlpizza
Instant-Nudeln
Chips
stark verarbeitete Snacks
Fast Food wie Burger oder Pommes
Diese enthalten häufig Transfette, raffinierte Öle und große Mengen Salz.
Stark zuckerhaltige Produkte
Lebensmittel mit viel Zucker können zu starken Blutzuckerschwankungen führen.
Typische Beispiele sind:
Softdrinks und Limonaden
Energydrinks
Süßigkeiten
Schokolade
Kuchen und Torten
stark gezuckerte Frühstücksflocken
gesüßte Joghurts
Ein gelegentliches Stück Kuchen ist kein Problem, aber regelmäßiger hoher Zuckerkonsum kann Entzündungsprozesse fördern.
Stark verarbeitetes Fleisch
Vor allem stark verarbeitete Fleischprodukte sollten eher selten konsumiert werden.
Dazu gehören zum Beispiel:
Salami
Wurst
Wiener Würstchen
Bacon
Fleischwurst
Schinken mit Nitritpökelsalz
Diese Produkte enthalten häufig Zusatzstoffe sowie größere Mengen gesättigter Fettsäuren.
Frittierte Speisen und stark erhitzte Öle
Beim starken Erhitzen von Ölen können oxidierte Fettsäuren entstehen.
Typische Beispiele sind:
Pommes
frittierte Snacks
Chicken Nuggets
frittierter Fisch
stark gebratene Fast-Food-Gerichte
Diese können Entzündungsprozesse im Körper fördern.
Übersicht „Good Guys & Bad Guys“
Ich habe dir eine übersichtliche Liste der „Good Guys & Bad Guys“ erstellt, also Lebensmittel, die deinem Körper besonders guttun können und solche, die du eher bewusst und in Maßen genießen solltest.
Beim Thema Ernährung mit Lipödem geht es nicht um Perfektion oder extreme Regeln.
Viel wichtiger ist eine langfristige Ernährungsweise mit:
vielen frischen Lebensmitteln
ausreichend Eiweiß
gesunden Fetten
ballaststoffreichen Lebensmitteln
möglichst wenig stark verarbeiteten Produkten
Viele Frauen profitieren bereits davon, wenn etwa 80 % der Ernährung aus nährstoffreichen Lebensmitteln bestehen und 20 % bewusst für Genuss reserviert bleiben.
Unterstützung auf deinem Weg
Wenn du trotz vieler Informationen immer wieder verunsichert bist oder Schwierigkeiten hast, eine Struktur zu finden, kann persönliche Unterstützung sehr hilfreich sein.
In einem kostenlosen Kennenlerngespräch können wir gemeinsam schauen:
- wo du aktuell stehst, - welche Herausforderungen dein Lipödem im Alltag mit sich bringt und - ob mein Lipödem-Coaching mit den Bereichen Ernährung, Bewegung, Mindset und ganzheitlicher Lipödem-Begleitung zu dir passt.
Hier kannst du die Liste der Good Guys & Bad Guys Downloaden