Warum Stress bei Lipödem oft unterschätzt wird

Geht es dir manchmal auch so, dass du einfach nur noch funktionierst?

Job, Familie, Haushalt, Termine – und dann ist da auch noch das Lipödem, das sich manchmal wie ein zusätzlicher Fulltimejob anfühlen kann. Kompression tragen, regelmäßig bewegen, Arzttermine wahrnehmen, vielleicht zur Lymphdrainage oder ins Sanitätshaus gehen – und natürlich möchtest du dich auch noch gesund ernähren und gut auf dich achten.

Das ist echt ganz schön viel, oder?

Und irgendwo zwischen all diesen Dingen gibt es noch einen Menschen, der im Alltag leider viel zu häufig zu kurz kommt: DICH.

Genau deshalb möchte ich heute über ein Thema sprechen, das meiner Meinung nach beim Lipödem noch immer viel zu häufig unterschätzt wird: Stress.

Denn Stress bedeutet nicht nur, dass dein Terminkalender voll ist. Manchmal ist es vor allem der Druck, den wir uns selbst machen und den wir irgendwann für so normal halten, dass wir ihn kaum noch wahrnehmen.

Stress bei Lipödem: Es ist nicht nur der volle Terminkalender

Wenn wir an Stress denken, denken wir meistens zuerst an zu viel Arbeit, einen vollen Terminkalender, die Kinder, den Haushalt oder die berühmte To-do-Liste, die auf wundersame Weise niemals kürzer zu werden scheint.

Natürlich ist auch das Stress. Aber da ist noch etwas anderes: dieser permanente innere Druck, der sich ganz leise in unseren Alltag einschleicht:

  • Ich müsste mich eigentlich mehr bewegen.
  • Ich sollte konsequenter meine Kompression tragen.
  • Ich müsste besser auf meine Ernährung achten.
  • Ich sollte mehr für mich tun.
  • Warum bekomme ich das nicht hin?

Und genau dieser Stress wird häufig unterschätzt. Denn vielleicht ist dein Problem gar nicht, dass du zu wenig weißt oder dich zu wenig bemühst. Vielleicht versuchst du schon die ganze Zeit, unglaublich viele Dinge gleichzeitig unter einen Hut zu bekommen.

Mit Lipödem kommt häufig eine zusätzliche Belastung hinzu

Ein Leben mit Lipödem kann bereits einiges von dir verlangen.

Da können Schmerzen oder schwere Beine sein. Bewegung fällt vielleicht nicht immer so leicht, wie du es dir wünschen würdest. Dann ist da die Kompression, die Suche nach Kleidung, in der du dich trotz Kompression wohlfühlst, Arzttermine oder vielleicht auch das Gefühl, von anderen Menschen nicht verstanden zu werden.

Dazu kommen bei vielen Frauen Frust über den eigenen Körper, schlechte Erfahrungen mit Diäten oder Sorgen darüber, wie sich das Lipödem in Zukunft entwickeln könnte.

Und trotzdem soll der restliche Alltag natürlich ganz normal weiterlaufen.

Du gehst arbeiten, kümmerst dich um deine Familie, pflegst deine Partnerschaft, triffst Freunde, erledigst den Haushalt und versuchst nebenbei, möglichst alles richtigzumachen.

Kein Wunder also, wenn irgendwann der Gedanke auftaucht:

„Es ist mir gerade einfach alles zu viel.“

Was dauerhafter Stress mit deinem Alltag machen kann

Stress ist grundsätzlich nichts Schlechtes. Unser Körper kann sehr gut damit umgehen, wenn es zwischendurch stressige Phasen gibt.

Problematisch kann es werden, wenn aus einer kurzen, stressigen Phase ein Dauerzustand wird.

Du wachst morgens auf und dein Kopf arbeitet bereits auf Hochtouren. Tagsüber funktionierst du und arbeitest deine Aufgaben ab. Abends bist du eigentlich vollkommen erschöpft, aber abschalten kannst du trotzdem nicht.

Und am nächsten Morgen geht das Ganze wieder von vorne los.

Chronischer Stress kann unter anderem Schlaf, Stimmung, Appetit und Essverhalten beeinflussen. Auch Stress und Schmerzen können einander beeinflussen.

Das bedeutet ausdrücklich nicht, dass deine Lipödem-Schmerzen einfach nur durch Stress entstehen. So einfach ist es natürlich nicht.

Es bedeutet aber, dass es sinnvoll sein kann, nicht nur auf Ernährung, Bewegung und Kompression zu schauen, sondern auch darauf, wie viel Belastung du eigentlich jeden Tag mit dir herumträgst.

Wenn aus Stress ein Kreislauf wird

Vielleicht kennst du diese Situation:

Du bist gestresst und schläfst schlechter. Dadurch bist du tagsüber müde und hast weniger Energie. Nach einem langen Tag fehlt dir die Kraft, dich noch zu bewegen oder etwas Frisches zu kochen.

Also machst du es dir so einfach wie möglich. Und eigentlich wäre das überhaupt kein Drama. Doch dann kommt dieser kleine Kritiker in deinem Kopf und meldet sich:

„Na toll. Schon wieder nicht geschafft.“

Du ärgerst dich über dich selbst und machst dir Vorwürfe. Vielleicht beschließt du, dass du ab morgen endlich wieder disziplinierter sein musst. Und damit entsteht was?

Noch mehr Druck und noch mehr Stress.

Irgendwann drehen wir uns im Kreis – und genau diesen Kreislauf kenne ich selbst sehr gut.

Auch als Ernährungsberaterin und Coach bin ich nicht vor Stress geschützt

Vielleicht denkst du gerade, dass mir so etwas nicht passieren dürfte.

Schließlich bin ich Ernährungsberaterin, Trainerin und Coach. Ich weiß, wie Ernährung funktioniert. Ich weiß, wie wichtig Bewegung ist, und ich weiß, welche Gewohnheiten mir guttun.

Und trotzdem gab es eine Phase in meinem Leben, in der ich mental extrem belastet war.

Die Ergebnisse meiner Liposuktionen haben mich mental sehr zurückgeworfen und in dieser Zeit hatte ich unglaublich viel Stress. Ich nahm zunächst 10 Kilogramm zu und wenn ich ganz ehrlich bin, waren es am Ende sogar 13 Kilogramm.

13 Kilogramm.

Obwohl ich das Wissen hatte und obwohl ich wusste, was ich eigentlich tun müsste.

Und weißt du was?

Ich stehe dazu. Denn ich bin auch nur ein Mensch und keine Maschine.

Heute bin ich für diese Erfahrung sogar in gewisser Weise dankbar, weil sie mir etwas sehr Entscheidendes gezeigt hat:

Wissen allein schützt dich nicht vor Stress.

Noch mehr Disziplin und Druck sind nicht immer die Lösung

Wenn etwas nicht funktioniert, reagieren wir häufig mit noch mehr Druck.

Wir wollen noch konsequenter sein, noch mehr Sport machen, noch weniger essen, uns noch besser organisieren und endlich alles „richtig“ machen. Und wenn wir das wieder nicht schaffen, kommt das schlechte Gewissen. Vielleicht sagst du dir dann Dinge wie:

  • „Ich bin einfach nicht diszipliniert genug.“
  • „Ich halte sowieso nie etwas durch.“
  • „Alle anderen schaffen es, nur ich nicht.“

Aber was, wenn noch mehr Druck gerade überhaupt nicht das ist, was du brauchst?

Damit meine ich nicht, dass du dich zurücklehnen und sagen sollst: „Ich bin gestresst, also kann ich sowieso nichts verändern.“

Ganz im Gegenteil. Es geht darum, genauer hinzuschauen.

Woher kommt dein Stress eigentlich?

Und vielleicht noch wichtiger:

Wo kannst du ansetzen, ohne dir noch mehr Druck zu machen?

An welcher Stelle kannst du ansetzen, damit Veränderung nicht zu einem weiteren Punkt auf deiner ohnehin schon kilometerlangen To-do-Liste wird?

Wie oft funktionierst du eigentlich nur noch?

Ich möchte dir an dieser Stelle ein paar Fragen mitgeben:

  • Wie oft sagst du Ja, obwohl du eigentlich Nein meinst?
  • Wie häufig stellst du die Bedürfnisse anderer Menschen vor deine eigenen?
  • Wie oft gehst du über deine Grenzen, weil etwas „noch schnell“ erledigt werden muss?

Und wann hast du dich zuletzt ganz bewusst gefragt:

„Was brauche ich eigentlich gerade?“

Vielleicht merkst du beim Lesen, dass du auf diese Frage gar nicht sofort eine Antwort hast.

Das allein kann schon ziemlich aufschlussreich sein.

Denn wenn wir über einen langen Zeitraum nur funktionieren, verlieren wir manchmal das Gespür dafür, was uns selbst eigentlich guttut.

Weniger Stress bedeutet nicht, dein komplettes Leben umzukrempeln

Vielleicht denkst du jetzt: „Super Tina, und was soll ich machen? Meinen Job kündigen, meine Familie ausquartieren und drei Monate meditierend im Wald verbringen?“

Nein, natürlich nicht! Auch wenn der Gedanke an manchen Tagen vielleicht gar nicht sooo schlecht klingt, oder?! grins

Es geht nicht darum, dein komplettes Leben auf den Kopf zu stellen.

Es geht darum, herauszufinden, welche Belastungen bei dir persönlich eine Rolle spielen und wo du dir wieder mehr Raum verschaffen kannst.

Manchmal können bereits kleine Veränderungen einen Unterschied machen. Entscheidend ist, dass du an der richtigen Stelle ansetzt und nicht versuchst, Stress mit noch mehr Selbstoptimierung zu bekämpfen.

Kostenloses Live-Webinar: Weniger Stress, mehr Leichtigkeit mit Lipödem

Genau deshalb möchte ich dieses Thema nicht nur in meiner aktuellen YouTube-Folge ansprechen, sondern noch einen Schritt weitergehen.

Am 28. August 2026 um 19 Uhr veranstalte ich mein kostenloses Live-Webinar:

Weniger Stress, mehr Leichtigkeit: Dein Weg zu mehr Lebensqualität mit Lipödem

Wir schauen uns gemeinsam an, was dich möglicherweise immer wieder ausbremst, warum bisherige Versuche vielleicht nicht funktioniert haben und welche Stellschrauben entscheidend sein können, damit Veränderung nicht wieder zu einer weiteren Belastung in deinem Leben wird.

Hier kannst du dich kostenlos zum Live-Webinar anmelden:

Jetzt kostenlos zum Live-Webinar anmelden

Meine persönliche Geschichte über Stress und Lipödem

Wenn du vorher meine Geschichte zum Thema Stress und Lipödem sehen möchtest, schau dir auch meine YouTube-Folge an:

„Warum Stress bei Lipödem oft unterschätzt wird“

YouTube-Folge ansehen

Was brauchst DU eigentlich gerade?

Wenn du aus diesem Beitrag nur einen Gedanken mitnimmst, dann wünsche ich mir, dass es dieser ist:

Wenn du gerade nicht dort stehst, wo du gerne stehen möchtest, frag dich nicht immer nur:

„Was mache ich falsch?“

Frag dich auch einmal:

„Was trage ich eigentlich jeden Tag alles mit mir herum?“

Und vielleicht noch wichtiger:

„Was brauche ICH eigentlich gerade und wie würde es sich anfühlen, wieder mehr zu leben und nicht nur zu funktionieren?“

Denn vielleicht brauchst du nicht noch mehr Druck. Vielleicht darf dein Weg auch ein bisschen leichter werden.

Fühl dich liebevoll umarmt.
Deine Tina
zert. Ernährungsberaterin und Lipödemcoach

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