Lymphödem · Hautgesundheit
Eine Wundrose ist eine bakterielle Hautinfektion. Bei einem Lymphödem ist es besonders wichtig, Veränderungen der Haut früh ärztlich abklären zu lassen.
Wundrose verstehen
Wundrose und Erysipel bezeichnen dieselbe Erkrankung: Bakterien entzünden die oberen Hautschichten und Lymphgefäße. Eintrittspforten können kleine Hautverletzungen sein. Menschen mit einem Lymphödem haben ein erhöhtes Risiko.
Die betroffene Haut kann sich deutlich röten, anschwellen und warm anfühlen.
Der Bereich kann schmerzen oder empfindlich sein. Die Veränderung kann sich ausbreiten.
Fieber, Schüttelfrost oder starkes Krankheitsgefühl können hinzukommen.
Rötung, Wärme, Schmerzen oder Fieber sollten zeitnah ärztlich beurteilt werden. Bei starker Verschlechterung, Verwirrtheit, Atemnot oder Kreislaufproblemen sofort den Rettungsdienst unter 112 rufen.
Diagnose und Behandlung
Ärztinnen und Ärzte erkennen eine Wundrose oft anhand von Beschwerden und Hautbefund. Andere Ursachen für eine Rötung müssen je nach Situation ausgeschlossen werden.
Eine Wundrose wird mit Antibiotika behandelt. Welches Mittel, welche Form und welche Dauer sinnvoll sind, wird individuell entschieden.
Die Ausbreitung der Rötung und das Allgemeinbefinden werden kontrolliert. Bei schwerem Verlauf kann eine Behandlung im Krankenhaus nötig sein.
Hautverletzungen oder andere mögliche Eintrittspforten wie Fußpilz sollten ebenfalls ärztlich berücksichtigt werden.
Im Alltag
Bei Lymphödem sind regelmäßige Hautpflege und eine gut angepasste Kompressionsversorgung wichtige Teile des Behandlungskonzepts. Kleine Verletzungen sollten versorgt und neue Hautveränderungen beobachtet werden.
Zur Hautpflege →Lymphödem verstehen →Bei wiederholten Infektionen sollte gemeinsam mit einer Ärztin oder einem Arzt nach begünstigenden Faktoren gesucht werden. Ob zusätzliche vorbeugende Maßnahmen oder Medikamente sinnvoll sind, hängt vom Einzelfall ab.
Expertenstimme
Der bisherige Gastbeitrag über wiederkehrende Erysipele bleibt unten lesbar. Er schildert eine persönliche fachliche Einschätzung. Über Antibiotikum und Behandlungsdauer entscheidet immer die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt anhand des aktuellen Befunds.
Zur Praxis von Dr. Killinger ↗
Hinweis: Dieser Beitrag gibt die damalige persönliche Einschätzung des Autors wieder. Angaben zu Medikamenten oder Behandlungsdauer sind keine Anleitung zur Selbstbehandlung.
Im Praxisalltag sehe ich immer wieder Lymphödempatienten, welche mit einer Vorgeschichte von mehrfach aufgetretenen Erysipelen (innerhalb einer sehr kurzen (Wochen, wenige Monate) vorstellig werden. Auf Nachfrage werden Antibiotikagaben von 7-10, in Ausnahmen 14 Tagen angegeben. Das ist m.M. nach (Begründung erfolgt am Ende meines posts) zu kurz und spricht dafür, dass wir nicht mehrere unterschiedliche bzw. neue Erysipele sehen, sondern immer die selbe Infektion, die durch die zu kurze Therapie nicht ausreichend behandelt worden ist.
Warum passiert das? Ich kann nur vermuten, dass der eigentlich positive Trend, Antibiotika so kurz als möglich zu verschreiben, dazu führt. Für ansonsten "Gesunde (Immunkompetente), ist das auch sehr zu begrüßen. Bei Lymphödemen handelt es sich aber um eine lokale Problematik auch des Immunsystems. Manche Ärzte sprechen auch von einer lokalen "Immunsuppression", also einer lokalen "Unterdrückung" der Immunsystems. Da gelten andere Regeln der Behandlung!
Auf Seite 243 wird auf das rezidivierende (mehrfach wiederkehrende) Erysipel eingegangen. U.a. findet sich auch die Gabe eines Depotpenicillins in den Muskel in 2-6 wöchigen Abständen (Abstände können verlängert werden, wenn keine Erysipele mehr auftreten) so wie es bei ihnen jetzt durchgeführt wird!
Für Lymphödempatienten ist mir das aber m.M. nach zu allgemein gehalten, bzw. werden diese komplett ausgeklammert und ich habe deswegen aktuell ein Konsenspapier der ALA (Australasian Lymphology Associoation) in Verwendung. Letzte Überarbeitung 2015. Es wird also eine Therapiedauer von "mindestens" drei Wochen oder länger, je nach Ansprechen empfohlen. Um es nicht unerwähnt zu lassen, die Empfehlung von Erythromycin bei Penicillinallergie wird in Europa durch Clarithromycin ersetzt.
Mir ist keine Resistenzbildung, auch bei "kurzer Gabe" gegenüber Penicillin beim häufigsten Erreger eines Erysipels, nämlich der Beta- hämolysierenden Streptokokken Gruppe A bekannt.
Man kann aber bei mehrfachem Erysipel, mit dem Verdacht auf Nichtansprechen oder anderes Keimsprektrum!, vor Antibiotikagabe eine aerobe und anaerobe Kultur anlegen, um so etwas auszuschließen. Das ist sicher nicht bei einem "Standard Erysipel" notwendig.
Allerdings hatte ich auch schon Pat. bei denen zusätzlich zu Streptokokken auch Pseudomonas kultiviert werden konnte und somit eine doppelte Antibose mit Pencillin und Fluorchinolon (Ciprofloxacin) notwendig wurde.
Nächster Schritt
Wenn du Fragen zu Lymphödem, Hautpflege oder wiederholten Infektionen hast, wende dich an dein Behandlungsteam. Weitere Anlaufstellen findest du im LymphNetzwerk.
Anlaufstellen suchen →Hautpflege ansehen →Fachliche Orientierung: Gesundheitsinformation.de – Wundrose und Phlegmone ↗ · Krebsinformationsdienst – Lymphödem behandeln ↗
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